Im Bereich der Satellitentechnik kündigten beide Länder eine gemeinsame Zusammenarbeit bei der Satellitennavigation an und wollen die Interoperabilität zwischen dem russischen System GLONASS und dem chinesischen BeiDou verbessern. Außerdem sagten sie eine engere Abstimmung bei Funkfrequenzen, Satellitenorbits, Satelliteninternet-Technologien und Systemen des Internets der Dinge zu.
In der Cyberpolitik und bei der Internetregulierung wollen Moskau und Peking ihre Koordination auf hoher Ebene zur Informationssicherheit verstärken, enger bei der Abwehr von Cyberbedrohungen zusammenarbeiten und Erfahrungen bei der Internetregulierung austauschen. Beide Staaten unterstützen das Konzept der sogenannten „Internet-Souveränität" — die Vorstellung, dass Regierungen weitreichende Kontrolle über ihr heimisches digitales Umfeld behalten sollten.
Russland hat in den vergangenen Jahren mehrfach versucht, das Land vom globalen Internet abzukoppeln und seine heimische Infrastruktur für ein „souveränes Internet" zu testen. Der Kreml hat zudem versucht, Teile des chinesischen Modells in anderen Bereichen nachzubilden, darunter die Entwicklung einer staatlich gestützten Messaging-App namens Max, die dem chinesischen WeChat nachempfunden ist.
Auch künstliche Intelligenz war ein wichtiges Kooperationsfeld des Gipfels. Russland begrüßte den chinesischen Vorschlag, eine globale Organisation für KI-Zusammenarbeit zu gründen. Beide Seiten erklärten, sie lehnten den Einsatz von KI „als geopolitisches Instrument" durch einzelne Staaten ab, die ihre technologische Vormachtstellung wahren wollten.
Die Ukraine warnte kürzlich, dass Russland künstliche Intelligenz in seinem Cyberkrieg gegen Kiew verstärkt einsetzt. Moskau bette KI inzwischen direkt in Schadsoftware ein, die in der Lage sei, bösartige Befehle spontan zu erzeugen.
Auch andere Länder äußerten Bedenken hinsichtlich Chinas Ambitionen im Cyberraum. Laut durchgesickerten Dokumenten, die Recorded Future News einsehen konnte, betreibt die chinesische Regierung mutmaßlich eine geheime Cyber-Trainingsplattform, die Stromnetze, Verkehrssysteme und Kommunikationsnetze in Ländern nachbildet, die Peking als mögliche Gegner betrachtet. Damit könnten chinesische Hackerteams Angriffe an digitalen Nachbildungen üben, bevor sie reale Operationen durchführen.
