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Kritische Chromium-Lücke versehentlich offengelegt: Browser wird zur Botnet-Waffe

Kritische Chromium-Lücke versehentlich offengelegt: Browser wird zur Botnet-Waffe
Zusammenfassung

Ein schwerwiegendes Sicherheitsleck in Chromium ist versehentlich öffentlich gemacht worden, das potenziell Millionen von Nutzern gefährdet. Die Schwachstelle, entdeckt von Sicherheitsforscherin Lyra Rebane, ermöglicht es Angreifern, JavaScript-Code im Hintergrund auszuführen, selbst nachdem der Browser geschlossen wurde. Dies könnte dazu missbraucht werden, Geräte in ein globales Botnet-Netzwerk einzubinden und für Cyberanschläge wie DDoS-Attacken oder Malware-Verteilung zu nutzen. Das Leck betrifft alle auf Chromium basierenden Browser – Google Chrome, Microsoft Edge, Brave, Opera und weitere – und somit Milliarden von Nutzern weltweit. Google hatte die Schwachstelle 2022 als kritisch eingestuft, markierte sie im Februar 2024 als behoben, obwohl kein tatsächlicher Patch verteilt wurde. Im Mai wurden alle Zugriffsschutzmaßnahmen aufgehoben und die Details wurden versehentlich öffentlich, woraufhin sich herausstellte, dass die Sicherheitslücke immer noch aktiv ist. Für deutsche Nutzer, Unternehmen und Behörden bedeutet dies ein erhebliches Risiko, da ihre Systeme ohne ihr Wissen kompromittiert werden könnten. Google muss nun eilig einen funktionierenden Patch bereitstellen, um weitere Ausbeutung der Lücke zu verhindern.

Die Sicherheitsforscherin Lyra Rebane entdeckte die Schwachstelle bereits 2022 und meldete sie Google. Das Problem: Ein Service Worker im Browser — beispielsweise eine Download-Task — läuft dauerhaft weiter, auch wenn der Browser geschlossen wird. Ein Angreifer könnte dies ausnutzen, um JavaScript-Code auf den Geräten von Besuchern einer manipulierten Webseite auszuführen. “Es ist realistisch, Zehntausende von Seitenaufrufen zu generieren und damit ein Botnet zu erstellen, ohne dass Nutzer bemerken, dass JavaScript remote auf ihrem Gerät ausgeführt wird”, warnte Rebane in ihrem ursprünglichen Bericht.

Die Auswirkungen könnten erheblich sein: Angreifer könnten Distributed-Denial-of-Service-Anschläge (DDoS) starten, bösartigen Datenverkehr weiterleiten oder Nutzer auf gefährliche Websites umleiten. Besonders beunruhigend ist, dass Nutzer von nichts bemerken würden — in Microsoft Edge zeigt sich nicht einmal ein Download-Popup mehr.

Obwohl Google die Schwachstelle im Februar 2024 als “behoben” kennzeichnete, testete Rebane den angeblichen Fix und stellte fest: Das Problem existiert immer noch. In Chrome Dev 150 und Edge 148 funktioniert der Exploit weiterhin einwandfrei. Am 20. Mai wurden die Zugriffsbeschränkungen auf dem Chromium Issue Tracker entfernt — ein Fehler, da die Details dadurch öffentlich wurden.

Rebane erhielt zwar ein Bug-Bounty von 1.000 Dollar, doch der Schaden ist längst angerichtet. Die Lücke betrifft alle Chromium-basierten Browser: Chrome, Edge, Brave, Opera, Vivaldi und Arc. Google wird diese Preisgabe als kritisch bewerten und voraussichtlich schnell einen Emergency-Patch bereitstellen müssen.

Zwar können Angreifer durch diese Lücke nicht auf Dateien, E-Mails oder das Betriebssystem zugreifen, doch für die Erstellung großer Botnets ist dies nicht nötig. Die Tatsache, dass Exploit-Details nun frei verfügbar sind, macht Attacken deutlich einfacher. Deutsche Unternehmen und Behörden sollten ihre Systeme auf verdächtige Aktivitäten überwachen und ihre Nutzer sensibilisieren.