Der Verdächtige, Jacob Butler alias „Dort”, steht sowohl in Kanada als auch in den USA unter Anklage. Die US-Justizabteilung hat eine Anklage vor einem Gericht in Alaska eingereicht, nachdem die Ontario Provincial Police Butler aufgrund eines US-Auslieferungsersuchens festgenommen hatte. Er sitzt derzeit in kanadischer Haft und muss sich einer Anhörung für Anfang nächster Woche stellen.
Das Kimwolf-Botnet hatte sich auf infizierte Geräte spezialisiert, die normalerweise von der offenen Internetverbindung isoliert sind — etwa digitale Bilderrahmen und Webcams. Die gehackten Systeme wurden entweder an andere Cyberkriminelle vermietet oder zu massiven DDoS-Attacken gezwungen, einige davon richteten sich sogar gegen IP-Adressbereiche des US-Verteidigungsministeriums. Das führte zur Beteiligung des Defense Criminal Investigative Service und des FBI-Büros in Anchorage.
Die Leistungszahlen sind beeindruckend und beängstigend zugleich: Kimwolf war mit DDoS-Attacken verbunden, die eine Spitzenlast von knapp 30 Terabit pro Sekunde erreichten — ein neuer Rekord in gemessenen DDoS-Angriffsvoluata. Für manche Opfer führten diese Angriffe zu Verlusten von über einer Million Dollar. Das Botnet soll über 25.000 Angriffsbefehle ausgegeben haben.
Am 19. März beschlagnahmten US-Behörden gemeinsam mit internationalen Partnern die technische Infrastruktur von Kimwolf und drei weiteren großen DDoS-Botnetzwerken namens Aisuru, JackSkid und Mossad, die sich um die gleiche Pool vulnerabler Geräte konkurrenziert hatten.
Butlers Identität wurde Februar 2026 von KrebsOnSecurity aufgedeckt, nachdem der damalige anonyme Botmaster selbst mit DDoS-, Doxing- und Swatting-Kampagnen gegen den Journalisten und einen Sicherheitsforscher vorgegangen war. Danach setzte er die Belästigungen fort, targeting insbesondere Ben Brundage, Gründer des Sicherheitsunternehmens Synthient, das eine kritische Sicherheitslücke geschlossen hatte, die Kimwolf für schnellere Verbreitung nutzte.
Die Ermittler verbanden Butler mit der Verwaltung des Botnetzes durch IP-Adressen, Online-Konten, Transaktionsdaten und Messaging-Protokolle. Die Durchsuchung von Butlers Wohnung in Ottawa am 19. März führte zur Beschlagnahme mehrerer Geräte. In den USA drohen ihm bis zu 10 Jahre Gefängnis, falls er ausgeliefert und verurteilt wird.
