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US-Amerikaner unterstützte indische Tech-Support-Betrüger: Millionen-Dollar-Schaden für Senioren

US-Amerikaner unterstützte indische Tech-Support-Betrüger: Millionen-Dollar-Schaden für Senioren
Zusammenfassung

Ein Betrugsnetzwerk, das insbesondere ältere und behinderte Menschen mit gefälschten Malware-Warnungen angegriffen hat, ist in den USA zerschlagen worden. Zwei Amerikaner, Adam Young und Harrison Gevirtz, haben sich schuldig bekannt, Techniker von indischen Betrugszentralen unterstützt zu haben – indem sie ihnen Telefonnummern, Call-Routing-Services und Anruf-Verfolgungstool bereitstellten. Die beiden betrieben eine Firma namens C.A. Cloud Attribution und ein Callcenter in Tunesien, das von 2016 bis 2022 das Betrugssystem aktiv unterstützte. Millionen von Amerikanern wurden Opfer dieser Machenschaften, die ihnen vorgaukelten, ihr Gerät sei mit Schadsoftware infiziert, und sie zu hohen Zahlungen für gefälschte technische Unterstützung drängten. Obwohl Telefonanbieter und Behörden die beiden mehrfach auf die Betrügereien hinwiesen, gaben sie dem Druck nicht nach – stattdessen halfen sie den Betrügern, Erkennungsmechanismen zu umgehen. Auch deutsche Nutzer könnten durch ähnliche, international organisierte Betrugsmaschinien bedroht sein. Die steigende Zahl solcher Scams – 2025 verzeichneten Amerikaner 52,5 Milliarden Robocalls – macht deutlich, dass Cyberkriminelle zunehmend raffiniertere Techniken einsetzen und dass sowohl Unternehmen als auch Behörden weltweit ihre Abwehrmaßnahmen verstärken müssen.

Das Justizministerium der USA hat bedeutende Erfolge im Kampf gegen internationale Tech-Support-Betrügerei erzielt. Die Schuldigsprechung von Young und Gevirtz unterstreicht, wie professionell organisierte Cyberkriminelle arbeiten und wie wichtig internationale Kooperation von Strafverfolgungsbehörden ist.

Das Betrugssystem war bemerkenswert ausgeklügelt: Potenzielle Opfer sahen gefälschte Pop-up-Meldungen auf ihren Geräten, die eine Malware-Infektion vortäuschten. Die angegebenen Telefonnummern führten direkt zu Call-Centern in Indien, wo aggressive Verkäufer den Opfern teure “Reparaturdienste” aufdrängten. In mehreren Fällen erhielten die Betrüger sogar Fernzugriff auf die Geräte der Opfer und konnten Finanzinformationen stehlen. Young und Gevirtz betrieben nicht nur das US-Unternehmen C.A. Cloud Attribution, sondern auch ein Call-Center in Tunesien.

Besonders brisant: Die beiden wussten bereits 2017, dass ihre Kunden an Betrügereien beteiligt waren – und halfen ihnen stattdessen, Nachweise zu verschleiern. Sie rieten den Betrügern, große Pools von Telefonnummern zu nutzen und diese regelmäßig zu wechseln. Sie verbanden zudem Betrüger untereinander und halfen bei der Geschäftsanbahnung.

Die Behörden werfen ihnen vor, von Telemarketing- und Tech-Support-Betrügereien gewusst zu haben und wissentlich nicht berichtet zu haben – das Verbrechen der “Misprision of a Felony”. Trotz wiederholter Kontakte durch Telefonanbieter und das FBI zeigten sie keine Remorse und vertuschten stattdessen das Netzwerk.

Die FTC dokumentierte alarmierende Zahlen: 2025 erhielten Amerikaner 52,5 Milliarden Robocalls. Der durchschnittliche Schaden durch Telefon-Scams liegt bei 1.835 Dollar, bei SMS-Betrügerei bei 1.000 Dollar. Das Justizministerium hat bereits vier indische Staatsangehörige und einen weiteren Amerikaner verurteilt.

Im Kongress wächst der Druck auf große Telekommunikationskonzerne wie AT&T, T-Mobile und Verizon, ihre Anti-Scam-Maßnahmen zu verstärken. Senatsausschuss-Vorsitzender David Schweikert und Ranking Member Maggie Hassan fordern transparente Informationen über Maßnahmen zur Erkennung und Blockierung von Betrügereien.

Young und Gevirtz werden am 16. Juni verurteilt. Die Höchststrafe beträgt drei Jahre Gefängnis.