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Megalodon-Kampagne: Tausende GitHub-Repositories durch manipulierte CI/CD-Workflows kompromittiert

Megalodon-Kampagne: Tausende GitHub-Repositories durch manipulierte CI/CD-Workflows kompromittiert
Zusammenfassung

Die Cybersicherheitscommunity warnt vor einer massiven Angriffskampagne namens Megalodon, bei der Angreifer in nur sechs Stunden über 5.700 bösartige Commits in mehr als 5.500 GitHub-Repositories eingeschleust haben. Die Attacke zielt auf die Schwachstellen in GitHub Actions-Workflows ab und injiziert versteckte Base64-codierte Bash-Skripte, um sensible Daten wie CI-Geheimnisse, Cloud-Anmeldedaten, SSH-Schlüssel und Quellcode-Secrets zu exfiltrieren. Die Angreifer nutzten gefälschte Identitäten und Wegwerf-Konten, um ihre Aktivitäten zu verschleiern. Diese Kampagne ist Teil eines breiteren Trends von Supply-Chain-Attacken, angeführt durch die Gruppe TeamPCP, die bereits OpenAI, Grafana Labs und andere prominente Ziele kompromittiert hat. Für deutsche Entwickler, Unternehmen und Open-Source-Maintainer bedeutet dies ein erhebliches Risiko: Selbst wenn sie nicht direkt betroffen sind, können ihre Abhängigkeiten manipuliert werden. Die Vorfälle unterstreichen die kritische Notwendigkeit robusterer Sicherheitsmaßnahmen in der Softwareentwicklung sowie die Dringlichkeit, GitHub-Repositories regelmäßig zu überwachen und Zugriffskontrollmechanismen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung konsequent zu implementieren.

Die Megalodon-Kampagne stellt einen Wendepunkt in der Evolution von Supply-Chain-Attacken dar. Laut dem Sicherheitsunternehmen SafeDep nutzten die Angreifer automatisierte Prozesse, um systematisch tausende Repositories zu infiltrieren – ein Ausmaß, das bisherige Anschläge deutlich übertrifft.

Technische Funktionsweise des Angriffs

Die Taktik basiert auf zwei unterschiedlichen Payload-Varianten: Die Mass-Variant “SysDiag” aktiviert sich bei jedem Push oder Pull Request und erzeugt so maximale Reichweite. Die Targeted-Variant “Optimize-Build” nutzt nur das “workflow_dispatch”-Trigger-Event, was manuell auslösbar ist und somit operationale Sicherheit für Angreifer bedeutet. Besonders tückisch: Der Malware-Code versteckt sich direkt in CI/CD-Workflow-Dateien und wird erst ausgeführt, wenn ein Repository-Besitzer den manipulierten Commit mergt.

Der Command & Control Server befand sich unter der IP 216.126.225[.]129:8443. Die Angreifer verwendeten wegwerfbare GitHub-Accounts mit zufälligen Zeichenkombinationen wie “rkb8el9r” oder “lo6wt4t6”, um ihre Spuren zu verwischen. Sie manipulierten Git-Konfigurationen zur Identitätsfälschung und nutzten kompromittierte Personal Access Tokens (PATs) oder Deploy-Keys zum Commit-Einspielen.

Ein Symptom einer größeren Bedrohung

Die Megalodon-Kampagne ist Teil eines größeren Phänomens. Die Hacktergruppe TeamPCP hat bereits mehrere prominente Ziele wie TanStack, Grafana Labs und OpenAI kompromittiert. Sie nutzen ein zyklusförmiges Exploit-Modell: Ein Projekt wird gehackt, kontaminierte Code wird verbreitet, dieser infiziert wiederum andere Projekte – ein wurmartiges Muster durch das gesamte Open-Source-Ökosystem.

Parallel laufen auch andere Angriffe: Der Throwaway-Account “polymarketdev” publizierte neun malicious npm-Pakete, die Ethereum-Privatschlüssel stehlen. Die gefälschte Wallet-Onboarding-Prompt nutzt Social Engineering – Nutzer glauben, Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, geben tatsächlich ihre Schlüssel an Cloudflare-Worker ab.

Konsequenzen und Reaktionen

Die npm-Registry hat reagiert: Alle Granular-Access-Tokens mit Schreib-Rechten, die Zwei-Faktor-Authentifizierung umgingen, wurden invalidiert. npm empfiehlt die Migration zu “Trusted Publishing”. Dies ist allerdings nur eine Symptombekämpfung, wie Sicherheitsexperten warnen – das Grundproblem bleibt.

Deutsche Unternehmen sollten sofort ihre GitHub-Repositories auf verdächtige Commits prüfen, ihre Token-Management-Systeme überprüfen und ihre CI/CD-Pipelines absichern. Das BSI hat solche Lieferkettenattacken als Schlüsselrisiko identifiziert.