LayerX ist darauf ausgelegt, jeden Klick, jede Eingabe und jede Aktion im Browser über Software-as-a-Service- und KI-Werkzeuge hinweg zu beobachten und Richtlinien durchzusetzen, bevor der Datenverkehr verschlüsselt und übertragen wird. Damit lassen sich die Zugriffsentscheidungen von Akamais ZTNA-Plattform in die Browser-Sitzung hinein verlängern, sobald der Zugang gewährt wurde.
„LayerX hat für sich genommen ein hervorragendes Produkt, das wir genau in seiner jetzigen Form an unsere Kunden weitergeben wollen", sagt Sundaram gegenüber Dark Reading. Langfristig plane Akamai, das kombinierte Modell aus ZTNA und LayerX auf weitere Angebote auszudehnen, darunter API-Sicherheit, der Schutz von KI- und großen Sprachmodellen, das Content Delivery Network sowie Akamai Cloud.
Der Markt ist umkämpft: Bereits zuvor übernahm Zscaler das Start-up SquareX, CrowdStrike kaufte Seraphic Security. Palo Alto Networks war mit der Übernahme von Talon im Jahr 2023 einer der ersten großen Sicherheitskonzerne in diesem Segment und stattete seinen Prisma-Browser zuletzt mit neuen agentischen KI-Funktionen aus.
Rik Turner, leitender Analyst der Sicherheitsforschungsgruppe von Omdia, beobachtet in beiden Bereichen rege Übernahmeaktivität. Vor allem Anbieter mit SASE-Funktionalität zur Absicherung der SaaS-Nutzung – darunter Akamai – hätten erkannt, dass sowohl am Endgerät als auch in der Cloud zusätzlicher Schutz nötig sei.
Neben Zukäufen gibt es auch Eigenentwicklungen. Versa Networks brachte kürzlich einen Secure Enterprise Browser heraus, der die SASE-Richtlinien des Anbieters direkt in den Browser-Arbeitsbereich verlängern soll. Versa entwickelte dafür eine neue, auf dem Model Context Protocol basierende Zero-Trust-Ebene in seinem KI-Assistenten Versa Verbo, der auf der VersaONE-Plattform läuft und jede von einem Agenten erzeugte Aktion vor der Ausführung gegen Identität, Rollen und Richtlinien prüft.
Da immer mehr Arbeit in SaaS-Anwendungen stattfindet, ist der Browser zur zentralen Computing-Schnittstelle geworden. Laut Gartner nutzten zehn Prozent der befragten Organisationen einen sicheren Unternehmensbrowser; bis 2028 soll dieser Anteil auf 25 Prozent steigen. Während LayerX als Erweiterung Sicherheitsrichtlinien zu bestehenden Browsern hinzufügt, handelt es sich beim Prisma Browser von Palo Alto Networks und bei Netskope One Enterprise Browser um eigenständige, auf Chromium basierende Browser.
„LayerX war eine der frühen, voll ausgestatteten Sicherheitserweiterungen für Browser", sagt Paddy Harrington, Senior Analyst bei Forrester Research. Das Unternehmen habe viel Arbeit in die Kontrolle von Daten und den Zugriff auf KI über den Browser gesteckt und leiste als Erweiterung gute Arbeit beim Überwachen und Verwalten.
Für Sundaram war die zunehmende KI-Nutzung in der Kundschaft der ausschlaggebende Punkt. Der richtige Kontrollpunkt liege im Browser, noch bevor sämtliche Daten verschlüsselt würden – herkömmliche Kontrollpunkte in SASE- und SSE-Umgebungen säßen typischerweise auf Proxy-Ebene, oft weit entfernt von den Beschäftigten, was zu Leistungsproblemen führe.
