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Underminr: Neue CDN-Schwachstelle gefährdet 88 Millionen Domains weltweit

Underminr: Neue CDN-Schwachstelle gefährdet 88 Millionen Domains weltweit
Zusammenfassung

Eine neue Sicherheitslücke namens Underminr bedroht weltweit Millionen von Domains und könnte Cyberangreifern helfen, ihre böswilligen Aktivitäten vor Sicherheitsfiltern zu verbergen. Die Schwachstelle betrifft etwa 88 Millionen Domains und nutzt eine Lücke in gemeinsamen Content Delivery Network (CDN) Infrastrukturen aus. Dabei missbrauchen Angreifer die Infrastruktur, um Verbindungen zu bösartigen Servern hinter vertrauenswürdigen Domains zu verschleiern – eine Technik, die traditionelle DNS-Filter umgehen kann. Für deutsche Nutzer, Unternehmen und Behörden könnte dies erhebliche Konsequenzen haben, da Angreifer damit unentdeckt auf Command-and-Control-Server zugreifen, VPN-Verbindungen kappern oder Unternehmensnetzwerke infiltrieren können. Besonders problematisch ist, dass die Anfälligkeit mit künstlicher Intelligenz kombiniert werden könnte, um zielgerichtete Angriffe zu automatisieren. Deutsche Organisationen mit europäischem Datenschwerpunkt sollten ihre DNS-Schutzmaßnahmen überprüfen und ihre Sicherheitsüberwachung verstärken, um diese Art von verschleiertem Datenverkehr aufzudecken.

Die neu entdeckte Underminr-Schwachstelle funktioniert als Variante des sogenannten Domain Fronting, einer Angriffstechnik, die bislang als weitgehend mitigiert galt. Während Domain Fronting eine erlaubte Domain in den SNI- und TLS-Zertifikatsfeldern eines HTTPS-Requests platzierte, um eine andere Zieldomain im verschlüsselten HTTP-Host-Header zu verstecken, nutzt Underminr einen anderen Ansatz: Angreifer zeigen SNI und HTTP-Host einer vertrauenswürdigen Domain an, erzwingen aber eine Verbindung zur IP-Adresse eines anderen Tenants auf derselben gemeinsamen Edge-Infrastruktur.

Dieser Missbrauch entsteht durch eine Lücke in der Korrelation zwischen DNS-Entscheidungen, Edge-IPs, SNI, Host-Headern und CDN-Tenant-Routing. Das Endgerät sieht eine erlaubte DNS-Abfrage, während die tatsächliche Verbindung zu einer völlig anderen gehosteten Domain aufgebaut wird. Besonders tückisch: Die Angriffe erfolgen überwiegend über TCP-Port 443, wo SNI die beabsichtigte TLS-Hostname offenbart.

ADAMnetworks identifizierte vier verschiedene Exploitationsstrategien, mit denen Angreifer den Protective DNS (PDNS)-Dienst umgehen können. In der Praxis werden bereits Malware-Anwendungen und Shell-Scripts für solche Angriffe eingesetzt. Besonders alarmierend ist die Verbindung zu ClickFix-Attacken, einer neueren Angriffstechnik, die von Microsoft bereits gewarnt hat.

Das größte Sicherheitsrisiko liegt in der zu erwartenden Automatisierung durch künstliche Intelligenz. CEO David Redekop warnt: “Sobald Underminr zu parametrischen Informationen für KI-generierte Malware wird, könnten wir es in jedem Angriff sehen, der Protective DNS als Teil der Angriffskette benötigt.” Deutsche IT-Sicherheitsverantwortliche sollten daher ihre DNS-Filterung überprüfen und sicherstellen, dass Monitoring-Systeme nicht nur DNS-Abfragen, sondern auch tatsächliche Verbindungsziele überwachen. Besonders Unternehmen, die auf CDN-Dienste angewiesen sind, sollten ihre Sicherheitsmaßnahmen entsprechend anpassen.