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Packagist unter Beschuss: Supply-Chain-Angriff infiziert acht PHP-Pakete mit Linux-Malware

Packagist unter Beschuss: Supply-Chain-Angriff infiziert acht PHP-Pakete mit Linux-Malware
Zusammenfassung

Ein koordinierter Angriff auf die PHP-Paketplattform Packagist hat acht Softwarepakete kompromittiert und zeigt eine besorgniserregende neue Taktik in der Supply-Chain-Attacken-Landschaft. Die Angreifer haben Malware in acht Composer-Pakete eingeschleust, indem sie eine unerwartete Methode nutzten: Statt die PHP-Konfiguration zu manipulieren, platzierten sie bösartigen Code in package.json-Dateien, die normalerweise für JavaScript-Build-Tools relevant sind. Diese sogenannte Cross-Ecosystem-Platzierung ist besonders tückisch, da Sicherheitsteams beim Scannen von PHP-Abhängigkeiten häufig nur auf Composer-Metadaten achten und JavaScript-Lifecycle-Hooks übersehen. Die Malware versucht, ein Linux-Binary von GitHub herunterzuladen und auszuführen, wobei die Angreifer ihre Spuren verschleiert haben. Für deutsche Entwickler, PHP-Projekte und Unternehmen, die auf Packagist-Pakete angewiesen sind, stellt dies ein erhebliches Risiko dar. Besonders betroffen sind Organisationen, die Composer und JavaScript-Build-Tools parallel einsetzen, ohne ihre Abhängigkeitsscans entsprechend anzupassen. Der Incident unterstreicht die Notwendigkeit umfassender Sicherheitsüberprüfungen über alle Ökosysteme hinweg und sollte deutsche IT-Teams zu einer Überprüfung ihrer Supply-Chain-Sicherheitspraktiken bewegen.

Der Angriff zeigt ein neues Muster in der Cyberkriminalität: Während Packagist das zentrale Repository für PHP-Pakete ist, nutzten die Angreifer eine Schwachstelle in der typischerweise unterschätzten package.json-Datei. Die acht betroffenen Pakete wurden inzwischen aus dem Repository entfernt, doch die Sicherheitsimplikationen sind erheblich.

Die Funktionsweise des Angriffs ist raffiniert: Die Malware wurde in das postinstall-Skript der betroffenen Pakete eingebaut. Bei Installation oder Build-Prozessen lädt das Skript eine Linux-Binärdatei von einer GitHub-URL herunter, speichert sie im Verzeichnis „/tmp/.sshd” und führt sie mit vollständigen Ausführungsrechten aus. Der Download erfolgt im Hintergrund, wodurch Entwickler die verdächtige Aktivität möglicherweise übersehen.

Besonders alarmierend ist die Breite des Angriffs: Socket-Forscher haben 777 Dateien auf GitHub identifiziert, die das gleiche Payload-Muster enthalten. Das deutet auf eine umfassendere Kampagne hin, bei der die Angreifer verschiedene Ausführungsmechanismen einsetzten – neben Package-Installation auch GitHub Actions-Workflows.

Die Malware selbst trägt den Namen „gvfsd-network”, vermutlich eine Anspielung auf den GNOME Virtual File System Daemon. Das echte Ziel dieser Binary ist unklar, da das zugehörige GitHub-Konto gelöscht wurde. Für Unternehmen und Entwickler bedeutet das: Selbst ohne Kenntnis der tatsächlichen Payload-Funktion ist das Installer-Skript eine massive Sicherheitsbedrohung, da es Remote Code Execution während Installation oder Build ermöglicht und seine Aktivität durch deaktivierte TLS-Verifizierung und unterdrückte Fehlermeldungen verschleiert.

Deutsche Organisationen sollten ihre Packagist-Abhängigkeiten überprüfen und ihre CI/CD-Pipelines absichern. Das BSI und der Bundesdatenschutzbeauftragte (BfDI) werden diesen Fall voraussichtlich als Beispiel für DSGVO-relevante Sicherheitsvorfälle einstufen, da kompromittierte Software zu Datenlecks führen kann.