Die Sicherheitsforscher von XLab haben die Malware-Kampagne analysiert und dokumentiert, wie die Angreifer systematisch vorgehen. Die betroffene Schwachstelle CVE-2026-26980 betrifft Ghost CMS in den Versionen 3.24.0 bis 6.19.0 und ermöglicht es unauthentifizierten Angreifern, willkürliche Daten aus der Website-Datenbank auszulesen – einschließlich der sensiblen Admin-API-Schlüssel.
Mit diesen gestohlenen Zugängen erhalten die Hacker umfassende Verwaltungsrechte über Benutzer, Artikel und Design-Elemente der Website. Dies ermöglicht ihnen, beliebig JavaScript-Code in Artikel einzuschleusen. Der injizierte Code fungiert als leichter Lader, der weitere bösartige Code von den Servern der Angreifer nachlädt.
Der zweite Stage des Angriffs arbeitet mit Fingerprinting: Ein sogenannter Cloaking-Script analysiert die Besucher und bestimmt, ob sie als potenzielle Opfer qualifizieren. Ausgewählten Besuchern wird dann ein gefälschtes Cloudflare-Authentifizierungs-Fenster angezeigt, das über ein iframe in die Artikel-Seite eingebettet ist. Das Fenster fordert Nutzer auf, einen bereitgestellten Befehl in die Windows-Eingabeaufforderung zu kopieren – dies führt zur Installation der eigentlichen Malware.
XLab hat mehrere unterschiedliche Payloads beobachtet, darunter DLL-Loader, JavaScript-Dropper und eine auf Electron basierende Malware namens UtilifySetup.exe. Dies deutet darauf hin, dass mehrere Angreifer-Gruppen die Schwachstelle aktiv ausnutzen oder dass ein einzelner Akteur verschiedene Taktiken testet.
SentinelOne veröffentlichte am 27. Februar detaillierte Informationen zur Exploitation und zu Erkennungsmustern. Die Forscher identifizierten mindestens zwei unterschiedliche Aktivitäts-Cluster, die vulnerable Ghost-Installationen anvisieren. Besonders auffällig: Einige Domains werden mehrfach re-infiziert, entweder mit verschiedenen Malware-Varianten oder weil Angreifer jeweils die Skripte der Konkurrenz entfernen und ihre eigenen einschleusen.
Für Ghost-Administratoren sind sofortige Maßnahmen essentiell: Upgrade auf Version 6.19.1 oder neuer, Rotation aller Admin-API-Schlüssel und eine gründliche Überprüfung der Website-Inhalte. XLab stellt eine Liste mit Indicators of Compromise (IoCs) zur Verfügung. Die Forscher empfehlen zudem, Admin-API-Call-Logs mindestens 30 Tage zu speichern, um retrospektive Sicherheitsanalysen durchführen zu können.
