Die Bedrohung durch die TrapDoor-Kampagne zeigt ein neues Niveau von Raffinesse. Die Angreifer nutzten gezielte Paketnamen, die für Entwickler in den Bereichen Kryptographie, KI-Tools und Sicherheitswerkzeuge relevant wirken, um eine breite Audience zu erreichen. Die Infektion erfolgt über verschiedene Wege: bei npm-Paketen durch sogenannte Postinstall-Hooks und Remote-JavaScript-Payloads, die während des Imports ausgeführt werden. Der zentrale Payload „trap-core.js” scannt das System nach Credentials, validiert AWS- und GitHub-Token und errichtet Persistenz durch Cron-Jobs, Systemd-Services und Git-Hooks.
Bei Python-Paketen nutzen die Angreifer einen besonders listigen Trick: Die Malware wird beim Import automatisch ausgeführt und lädt bösartigen JavaScript-Code von einer attacker-kontrollierten GitHub-Pages-Domain nach. Dies ermöglicht es den Angreifern, das Verhalten nach der Veröffentlichung zu aktualisieren, ohne eine neue Version hochzuladen – ein erhebliches Erkennungs- und Abwehrproblem.
Die Rust-Crates verwenden Build-Skripte („build.rs”), um Code zur Laufzeit auszuführen. Die gestohlenen Daten werden mit einem hardcodierten XOR-Schlüssel verschlüsselt und zu GitHub Gists exfiltriert.
Besonders innovativ und besorgniserregend ist die Methode, mit der TrapDoor KI-Assistenten manipuliert. Die Angreifer platzieren Dateien wie „.cursorrules” und „CLAUDE.md” in populären AI- und Entwickler-Projekten (etwa LangChain, browser-use, LangFlow) und öffnen Pull Requests, um diese Dateien einzuschleusen. Diese Dateien enthalten versteckte Anweisungen, die KI-Coding-Tools dazu bringen, „Sicherheitschecks” durchzuführen – was in Wahrheit zur Exfiltration von Secrets führt.
Das zeigt, dass die Bedrohungslandschaft sich rasant verschärft. Entwickler müssen künftig nicht nur auf traditionelle Typosquatting-Attacken achten, sondern auch auf subtilere Angriffsvektoren über KI-Werkzeuge. Für deutschsprachige Entwickler empfiehlt das BSI, Abhängigkeiten regelmäßig zu prüfen, nur vertrauenswürdige Quellen zu nutzen und Build-Prozesse zu isolieren. Unternehmen sollten ihre Supply-Chain-Sicherheit überprüfen und eine Meldestelle für Verdachtsfälle etablieren.
