Die Schwachstelle CVE-2026-48172 basiert auf einer fehlerhaften Privilegienvergabe in der Funktion lsws.redisAble des cPanel-Plugins. Sie ermöglicht es, die Redis-Enable/Disable-Funktion zu missbrauchen und so Root-Zugriff zu erlangen – ohne dass der Angreifer zuvor authentifiziert sein muss. LiteSpeed Technologies hat am Donnerstag Sicherheitsupdates veröffentlicht und Nutzer aufgefordert, sofort auf die neueste Plugin-Version zu aktualisieren.
CISA hat die Lücke daraufhin in seinen Katalog der im Feld aktiv ausgenutzten Schwachstellen aufgenommen und US-Bundesbehörden eine Frist bis Mitternacht Freitag, 29. Mai, gesetzt – insgesamt vier Tage. Dies geschah unter der Richtlinie Binding Operational Directive (BOD) 22-01, die Bundesbehörden zur schnellen Behebung kritischer Schwachstellen verpflichtet.
Wie LiteSpeed mitteilte, sollten Administratoren überprüfen, ob ihr Server angegriffen wurde. Mit einem Kommandozeilentool lässt sich feststellen, ob der Server betroffen ist. Falls das Tool verdächtige IP-Adressen ausgibt, sollten diese untersucht und gegebenenfalls blockiert werden. Gleichzeitig empfehlen die LiteSpeed-Entwickler, Systemprotokolle auf Aktivitäten dieser IPs zu prüfen, um Schaden zu ermitteln.
Obwohl BOD 22-01 nur für US-Behörden verbindlich ist, fordert CISA alle Organisationen – einschließlich des Privatsektor und internationaler Unternehmen – auf, Patches umgehend einzuspielen. Die Behörde warnt: “Diese Art von Sicherheitslücke stellt einen häufigen Angriffsvektor dar und birgt erhebliche Risiken.” Für deutsche Unternehmen ist dies ein ernstes Signal: Wer betroffene Systeme betreibt und nicht patcht, riskiert nicht nur Datendiebstähle, sondern auch Verstöße gegen Sicherheitsstandards der DSGVO. Sollte ein Datenschutzverstoß folgen, könnte das Bundesamt für Datenschutz und Informationsfreiheit (BfDI) eingreifen – mit erheblichen Geldstrafen.
LiteSpeed hat auch Mitigation-Optionen genannt: Wer das Plugin nicht patchen kann, sollte den Produkteinsatz überdenken oder alternative Lösungen prüfen. Die Warnung unterstreicht, wie kritisch es ist, Patch-Management ernst zu nehmen – besonders für Internet-facing-Systeme.
