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Kritische Sicherheitslücke in Pretalx: Konferenz-Software für Hacker ausgehebelt

Kritische Sicherheitslücke in Pretalx: Konferenz-Software für Hacker ausgehebelt
Zusammenfassung

Sicherheitsforscher der Novee Security haben eine kritische Schwachstelle in Pretalx entdeckt, einer weit verbreiteten Open-Source-Plattform für die Verwaltung von Konferenzbeiträgen und Redner-Anmeldungen. Die als CVE-2026-41241 katalogisierte Sicherheitslücke ermöglicht es böswilligen Akteuren, durch eine Stored-XSS-Attacke die Konten von Konferenzorganisatoren zu übernehmen. Ein registrierter Sprecher könnte schadhafte Skripte in seinen Beitrag einbetten, die automatisch ausgeführt werden, sobald ein Organisator nach der Einreichung sucht. Besonders problematisch ist die massive Verbreitungspotenzial: Dutzende hochkarätiger technischer Konferenzen weltweit nutzen dieselbe Pretalx-Codebasis. Ein einzelner Angriff könnte damit zeitgleich auf allen betroffenen Plattformen durchgeführt werden. Theoretisch könnte ein Angreifer mit Hilfe von KI-Agenten automatisierte Einreichungen an alle Pretalx-betriebenen Konferenzen senden, wodurch Vorträge ohne echte Überprüfung akzeptiert würden. Zwar wurde die Sicherheitslücke bereits in Version 2026.1.0 gepatcht, doch viele deutsche Konferenzorganisationen könnten noch nicht aktualisiert haben und sind daher gefährdet.

Die Schwachstelle nutzte eine gefährliche Kombination harmlos wirkender Funktionen. Angreifer konnten zunächst Sprecher-Materialien hochladen und diese mit den Such-Anzeige-Mechanismen der Plattform verketten. Dies führte zu vollständiger JavaScript-Ausführung im Browser des Organizers – obwohl sowohl Pretalx als auch der Browser selbst über Sicherheitsmechanismen verfügen, um solche Skripte zu unterbinden.

Die Auswirkungen sind erheblich: Ein Angreifer hätte theoretisch eine hundertprozentige Annahmequote für seine Vorträge erzwingen können. Forscher demonstrierten ein Proof-of-Concept, das zeigt, wie ein Akteur mit KI-Unterstützung automatisiert Beiträge bei dutzenden Pretalx-Instanzen einreichen, diese mit gängigen Suchbegriffen laden und dann passiv auf die Auslösung durch Organisator-Abfragen warten könnte – um so Vorträge ohne echte Überprüfung akzeptiert zu bekommen.

Die Novee-Forscher offenbarten dabei ein fundamentales Problem: Weil viele hochkarätige technische Konferenzen denselben Open-Source-Code nutzen, wäre eine einzelne Angriffstechnik sofort gegen alle Instanzen einsetzbar gewesen. Ein Angreifer hätte manipulierte Talk-Vorschläge an mehrere Konferenzen gleichzeitig einreichen und warten können, bis die Organisatoren ihre Submission durchsuchen – dann wären deren Accounts automatisch kompromittiert worden.

Die Anfälligkeit wurde in Pretalx Version 2026.1.0 gepatcht. Konferenz-Organisatoren und IT-Administratoren sollten ihre Systeme sofort auf diese Version aktualisieren. Für deutsche Konferenzen und Event-Organisationen ist eine zeitnahe Prüfung und Aktualisierung essentiell, um ähnliche Angriffe abzuwehren. Die Discoverie unterstreicht einmal mehr, wie kritisch die Sicherheit von Open-Source-Infrastrukturen ist, die in sensiblen Kontexten wie der Verwaltung von Konferenzeinreichungen eingesetzt werden.