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RevEng.AI: KI-gestützte Sicherheitsanalyse für Softwarebinaries erhält 15 Millionen Dollar

RevEng.AI: KI-gestützte Sicherheitsanalyse für Softwarebinaries erhält 15 Millionen Dollar
Zusammenfassung

Das Londoner Cybersecurity-Startup RevEng.AI hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 15 Millionen Dollar abgeschlossen und bringt damit die Gesamtfinanzierung auf 19,5 Millionen Dollar. Das Unternehmen nutzt ein KI-Modell namens BinNet, um in kompilierten Softwarebinärdateien versteckte Schwachstellen, Backdoors und unerwünschte Funktionalitäten aufzuspüren – ohne Zugriff auf den Quellcode. Dies ist besonders bedeutsam angesichts der wachsenden Risiken in der Softwareversorgungskette, insbesondere da immer mehr KI-basierte Coding-Agenten autonome Softwareentwicklung vorantreiben. Für deutsche Unternehmen und Behörden könnte diese Technologie einen kritischen Mehrwert bieten: Sie ermöglicht unabhängige Überprüfungen von Drittanbieter-Software, intern entwickelter Software und Firmware auf Sicherheitsrisiken – ein Schutzschild gegen Supply-Chain-Attacken, die zunehmend zur bevorzugten Angriffsvektor cyberkrimineller Gruppen werden. Besonders relevant ist dies für kritische Infrastrukturen, Finanzinstitute und größere Unternehmen, die Software-Komponenten von Zulieferern einsetzen und deren Integrität vor dem Einsatz verifizieren müssen.

Die Finanzierungsrunde wurde vom NATO Innovation Fund angeführt, mit zusätzlicher Unterstützung durch Sands Capital, In-Q-Tel (IQT), IQ Capital und Episode One. Damit erhält RevEng.AI prominente Backers aus dem Verteidigungssektor und dem Venture-Capital-Umfeld.

Das Kernprodukt der Londoner Firma adressiert ein wachsendes Sicherheitsproblem: Während immer mehr KI-Coding-Agenten autonome Softwareentwicklung übernehmen, wird es für Organisationen zunehmend schwierig, die tatsächliche Funktionalität ihrer Anwendungen zu überprüfen. BinNet analysiert kompilierte Software auf Binärebene und identifiziert versteckte Funktionen, gefährliche Verhaltensweisen, Sicherheitsmängel und verdächtige Veränderungen — alles ohne Zugriff auf den menschlich lesbaren Quellcode.

Das Unternehmen erklärt, dass sein KI-Modell von Elite-Cybereinheiten aus alliierten Regierungs- und Handelsorganisationen trainiert wurde. Die Plattform integriert sich in bestehende Sicherheits- und Softwarelieferketten-Workflows und ermöglicht Organisationen eine unabhängige Verifizierung von geschlossener Quellsoftware, interne Entwicklungen und Drittanbieter-Lösungen — innerhalb von Sekunden.

RevEng-Gründer und CEO James Patrick-Evans bringt das Problem prägnant auf den Punkt: “In einer Welt, in der KI zunehmend Code schreibt, ist die einzige universelle Quelle der Wahrheit die ausführbare Binärdatei, die tatsächlich auf Maschinen läuft.” Er warnt, dass viel moderne Software von Menschen nie überprüft wird, was sie grundsätzlich untrustworthy macht.

Für deutsche Unternehmen und öffentliche Institutionen bietet sich hier ein strategisches Werkzeug an, um Supply-Chain-Risiken zu minimieren. Gerade im Kontext von Ransomware-Angriffen und Backdoor-Einschleusung durch Drittanbieter-Software — wie sie das BSI in seinen jährlichen Lageberichten dokumentiert — könnte binäre Analyse einen wichtigen Mehrwert bieten. Gleichzeitig unterstützt die Lösung Unternehmen dabei, ihre DSGVO-Verpflichtungen zu erfüllen, indem sie Sicherheitsvorkehrungen nachweislich verstärken.