Die Sicherheitsforscher von Wiz beschreiben eine mehrstufige Angriffskette, die sich zunächst über manipulierte Rekrutierungsangebote entfaltet. Die Angreifer nutzen gefälschte LinkedIn-Profile, um potenzielle Opfer anzusprechen und sie zu virtuellen Meetings einzuladen. Diese verlinken jedoch auf betrügerische Domains, die sich als Video-Konferenzplattformen tarnen. Ahnungslose Nutzer werden dazu verleitet, ein Programm herunterzuladen — was die Installation von AUDIOFIX auslöst, einer Python-basierten Infostealer- und Remote-Access-Trojaner-Malware.
AUDIOFIX wird via Bash-Skript von einer gefälschten Driver-Store-Domain („apple.driver-store[.]com”) nachgeladen. Die Malware präsentiert sich als Systemaudiotreiber namens coreaudiod, wird aber als ChromeUpdater gespeichert und über launchctl ausgeführt. Das Schadprogramm funktioniert auf Intel- und Apple-Silicon-Systemen gleichermaßen. Nach der Installation beginnt AUDIOFIX damit, sensible Daten zu exfiltrieren: Passwörter aus Passwort-Managern, Browser-Daten, iCloud-Keychain-Informationen, SSH-Schlüssel, lokale Admin-Credentials und insbesondere Informationen zu Kryptowährungs-Browser-Extensions sowie Wallet-Adressen.
Besonders gefährlich ist die Fähigkeit der Malware zur Lateral Movement. AUDIOFIX injiziert sich in interne Code-Verteilungssysteme und Entwicklungsinfrastrukturen, wodurch sie Quellcode modifizieren und weitere Endpoints kompromittieren kann. Dadurch werden Kryptowährungs-Wallet-Credentials von mehreren Systemen gestohlen.
Als weiteres Werkzeug nutzt JINX-0164 MiniRAT, einen Go-basierten Backdoor, der über ein manipuliertes npm-Paket namens @velora-dex/sdk verbreitet wurde — einem echten DeFi-Toolkit der VeloraDEX-Börse. Die vergiftete Version lud ein Shell-Skript herunter, das seinerseits ein macOS-spezifisches Binary lieferte. MiniRAT kann Dateien hochladen, beliebige Shell-Befehle ausführen und zusätzliche Tools laden.
Wiz vermutet, dass einige Aspekte der Kampagne — das Profiling von Entwicklern, die Nutzung von VPN-Diensten wie Astrill VPN und der Fokus auf Kryptobörsen — Ähnlichkeiten mit nordkoreanischen Bedrohungsakteuren wie BlueNoroff aufweisen. Allerdings gibt es bislang keine Infrastruktur-Überschneidungen, die JINX-0164 direkt Nordkorea zuordnen würden.
