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33 Jahre Haft für Sextortionist: Kanadier missbrauchte über 145 Kinder in achtjähriger Erpressungskampagne

33 Jahre Haft für Sextortionist: Kanadier missbrauchte über 145 Kinder in achtjähriger Erpressungskampagne
Zusammenfassung

Ein kanadischer Mann wurde zu 33 Jahren Haft verurteilt, nachdem er gestanden hatte, über acht Jahre hinweg mehr als 145 Kinder in den USA in ein Sextortion-Schema verwickelt zu haben – einige davon gerade erst sechs Jahre alt. Der 40-jährige Ramanan Pathmanathan nutzte gefälschte Profile auf Instagram und Facebook Messenger, um sich als Teenager auszugeben und seine Opfer zur Teilnahme an sexuellen Handlungen am Videochat zu zwingen. Er zeichnete diese auf und drohte damit, die Aufnahmen an Freunde und Familie weiterzuleiten, sollten die Kinder nicht kooperieren. Sextortion ist eine besonders perfide Form der Cyberkriminalität, da Täter ihre Opfer unter Druck setzen und zur Zahlung erpressen, indem sie mit der Veröffentlichung kompromittierender Inhalte drohen. Während in vielen Fällen die verwendeten Bilder gefälscht sind, beschaffte Pathmanathan echtes Material durch Zwang. Dieser Fall unterstreicht ein wachsendes Problem für deutsche Familien und Institutionen: Auch hierzulande steigen die Sextortion-Fälle, insbesondere unter Jugendlichen. Das FBI warnte bereits vor einem massiven Anstieg solcher Erpressungen. Experten raten betroffenen Personen, jeglichen Kontakt zu Tätern abzubrechen und sofort zur Polizei zu gehen.

Die Urteilsfällung gegen Ramanan Pathmanathan markiert einen Wendepunkt in der strafjustiziatuellen Bekämpfung von Sextortion. Neben der 33-jährigen Freiheitsstrafe muss der Verurteilte sich als Sexualstraftäter registrieren lassen und wird anschließend 10 Jahre unter Aufsicht entlassen. Erschwerend kommt hinzu, dass Pathmanathan bereits in Kanada eine 12-jährige Freiheitsstrafe verbüßt, nachdem er sich 2022 dort wegen ähnlicher Straftaten schuldig bekannt hatte.

Besonders schockierend sind die Details der Verbrechen: Zwischen März 2014 und seiner Verhaftung am 10. März 2021 nutzte Pathmanathan multiple Instagram- und Facebook-Messenger-Konten, um sich als jugendlicher Junge aus New Jersey auszugeben. Er kontaktierte mindestens 145 junge Opfer, forderte sie auf, sexuelle Handlungen vor der Webcam durchzuführen, und drohte, die Aufnahmen an ihre Familien weiterzuleiten, falls sie sich weigerten oder seinen Account blockierten. Das US-Justizministerium dokumentierte: Der Täter zwang seine Opfer, ihre Genitalien freizulegen und sexuelle Akte mit Tieren und Familienmitgliedern zu begehen. Teilweise zeigte er den Kindern Bilder erwachsener Personen beim Sex, um ihnen zu zeigen, was er verlangte. Einige Opfer waren gerade einmal sechs Jahre alt.

Pathmanathan speicherte die Aufnahmen der sexuellen Aktivitäten auf seinem Desktop-Computer – Beweise, die seine systematische Vorgehensweise offenbarten. Dies unterscheidet seinen Fall vom typischen Sextortion-Muster, bei dem die Erpresser oft mit erfundenen oder gehackten Aufnahmen arbeiten. Hier lagen echte, durch Gewalt erpresste Aufnahmen vor.

Die Warnung des FBI aus September 2021 vor massiv gestiegenen Sextortion-Beschwerden bleibt aktuell. Experten raten Betroffenen, jeglichen Kontakt zu Erpressern sofort zu beenden, Strafverfolgungsbehörden einzuschalten und Anzeige zu erstatten. Für deutsche Behörden wie das BSI und das Bundeskriminalamt ist dieser Fall ein Beispiel für die grenzüberschreitende Natur dieser Verbrechen und die Notwendigkeit internationaler Kooperation. Eltern und Schulen sollten Kinder über die Gefahren von unbekannten Online-Kontakten aufklären und ein offenes Gesprächsklima schaffen, damit Minderjährige Sextortions-Versuche melden können.