SchwachstellenHackerangriffeCyberkriminalität

Kritische Sicherheitslücke in Gogs: Ungepatcht und aktiv ausgenutzt

Kritische Sicherheitslücke in Gogs: Ungepatcht und aktiv ausgenutzt
Zusammenfassung

Eine neue kritische Sicherheitslücke in Gogs, einer beliebten selbstgehosteten Git-Plattform, ermöglicht es Angreifern, beliebigen Code auf betroffenen Servern auszuführen. Die Schwachstelle ist noch nicht gepflegt und betrifft die aktuellen Versionen 0.14.2 und 0.15.0+dev. Besonders bedrohlich ist, dass Gogs standardmäßig mit offener Registrierung installiert wird – Angreifer können sich also ohne Authentifizierung anmelden und ein Repository erstellen, um dann die Lücke auszunutzen. Das Sicherheitsforschungsunternehmen Shadowserver hat bereits über 2.400 exponierte Gogs-Server im Internet identifiziert, davon die meisten in Asien und Europa. Für Deutschland könnte dies Unternehmen und Behörden treffen, die Gogs als selbstgehostete Alternative zu GitHub oder GitLab nutzen. Die Gefahr ist erheblich: Erfolgreiche Angreifer könnten auf alle Repositories zugreifen, private Daten einsehen, Zugangsdaten stehlen oder Quellcode manipulieren. Besonders kritisch ist die langsame Reaktion der Gogs-Entwickler – trotz Meldung im März 2024 liegt noch kein Patch vor, während bei einem ähnlichen Exploit im Januar bereits Hunderte Server kompromittiert wurden.

Das Gogs-Projekt steht erneut im Zentrum einer kritischen Sicherheitskrise. Die nun entdeckte Sicherheitslücke nutzt eine Schwachstelle im Merge-Code aus, genauer im sogenannten Rebase-before-Merging-Feature. Durch geschickt manipulierte Branch-Namen können Angreifer das Flag “–exec” in den Git-Rebase-Prozess einschleusen und damit beliebige Kommandos ausführen.

Der Sicherheitsforscher Jonah Burges von Rapid7, der die Schwachstelle entdeckte, betont das Kernproblem: “Gogs kommt standardmäßig mit aktivierter offener Registrierung (DISABLE_REGISTRATION = false) und ohne Limits bei der Repository-Erstellung (MAX_CREATION_LIMIT = -1). Ein Angreifer muss sich lediglich anmelden und ein Repository erstellen – das ist alles, was für die vollständige Ausbeutung nötig ist.”

Die Auswirkungen sind erheblich. Gelingt der Angriff, können Cyberkriminelle alle Repositories auf der Instanz auslesen – einschließlich privater Projekte anderer Nutzer – Zugangsdaten wie Passwort-Hashes, API-Token und SSH-Schlüssel entwenden, und von dort aus ins interne Netzwerk vordringen.

Auf Burges’ Bericht vom 17. März haben die Gogs-Maintainer bis heute nicht mit einem Patch reagiert, obwohl sie den Report am 28. März bestätigten. Das ist im Kontext der Gogs-Historie besonders problematisch: Im Dezember 2024 wurde bereits eine ähnliche RCE-Lücke (CVE-2025-8110) gepatcht – damals waren hunderte Server bereits kompromittiert. CISA warnte damals ausdrücklich, dass solche Schwachstellen ein erhebliches Risiko für föderale Systeme darstellen.

Der aktuelle Zero-Day trifft auf die Versionen 0.14.2 und 0.15.0+dev. Sicherheitsforscher von Wiz warnen: Die Kombination aus einfach zu aktivierender RCE und der Standardkonfiguration mit offener Registrierung schafft eine massive Angriffsfläche.

Für Administratoren von Gogs-Installationen bleibt derzeit nur die sofortige Deaktivierung der offenen Registrierung oder das Nehmen betroffener Systeme vom Internet. Ein Patch steht noch aus – und die Zeit drängt.