Eine spanische Verbrecherbande hat Dutzende ukrainische Frauen, die vor dem Krieg flohen, für ein Glücksspiel-Betrugsnetzwerk ausgenutzt und dabei etwa 5,5 Millionen Dollar illegal verdient. Nach zweijähriger Ermittlung wurden 12 Verdächtige verhaftet.
Europol meldete am Donnerstag die Zerschlagung eines kriminellen Netzwerks, das systematisch vertriebene ukrainische Frauen für einen millionenschweren Glücksspielbetrugsskandal ausbeutete. Das Verbrecher-Syndikat generierte schätzungsweise 5,5 Millionen Dollar illegaler Gewinne, bevor die Behörden nach einer zweijährigen Ermittlung zuschlugen und 12 Verdächtige festnahmen.
Die Machenschaften zeigen ein perfides Muster: Kriminelle rekrutierten ukrainische Frauen aus kriegszerstörten Regionen unter dem Vorwand, ihnen zu helfen, und brachten sie nach Spanien. Vor Ort wurden die Opfer zu Banken gebracht und gezwungen, Kreditkarten zu eröffnen und Konten zu erstellen. Die Bandenmitglieder übernahmen anschließend die Kontrolle über diese Finanzkonten und nutzten sie, um illegale Gelder über Online-Glücksspielplattformen zu bewegen. Besonders perfide: Viele Frauen wurden nach der Kontoeröffnung einfach zurück in die Ukraine geschickt – die Kriminellen behielten uneingeschränkten Zugriff auf die Banking-Infrastruktur.
Ermittler identifizierten 55 ukrainische Frauen, die in diese Operation verwickelt wurden. Das Netzwerk plünderte auch staatliche Flüchtlingssubventionen, die die Frauen in Spanien erhalten hatten.
Die Bande operierte hauptsächlich von Alicante und Valencia aus. Das System funktionierte wie folgt: Kriminelle erstellten hunderte Profile auf Online-Glücksspielplattformen und setzten automatisierte Software-Bots ein, die tausende Wetten mit niedrigen Quoten gleichzeitig platzierten – ein cleverer Mechanismus, um kontinuierliche Gewinne zu generieren und gleichzeitig die Herkunft der Gelder zu verschleiern. Ein Teil der Beute wurde in Luxusimmobilien in ganz Europa reinvestiert.
Um das Ausmaß der Operation zu vergrößern, nutzten die Verbrecher massiv gestohlene Identitätsdaten: Ermittler entdeckten über 5.000 gestohlene Identitäten aus 17 verschiedenen Nationen sowie mindestens 3.000 kompromittierte Kreditkarten, die mit dem Betrugsnetzwerk verbunden waren.
Policía-Razzien in Alicante und Valencia führten zur Beschlagnahme zehntausender Euro in bar und Kryptowährung, vier Luxusfahrzeuge und dutzende elektronischer Geräte. Ukrainische Behörden führten parallel acht Durchsuchungen gegen mutmaßliche Netzwerk-Mitglieder durch.
Quelle: The Record
