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33 Jahre Haft: Kanadier nutzte Social Media zur sexuellen Ausbeutung von über 145 US-Kindern

33 Jahre Haft: Kanadier nutzte Social Media zur sexuellen Ausbeutung von über 145 US-Kindern
Zusammenfassung

Ein kanadischer Mann wurde zu 33 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er über Social Media mehr als 145 Kinder in den USA zur Versendung von sexuellem Material gezwungen hat. Ramanan Pathmanathan aus Toronto nutzte gefälschte Online-Identitäten, um Minderjährige zu manipulieren und auszubeuten. Zwischen 2014 und seiner Verhaftung 2021 betrieb er mehrere Konten auf Instagram und Facebook Messenger, auf denen er sich als Teenager ausgab, um das Vertrauen seiner Opfer zu gewinnen – teilweise Kinder im Alter von nur sechs Jahren. Nach der Erfassung der Materialien drohte er den Kindern, diese an Familie und Freunde weiterzuleiten, falls sie nicht kooperieren würden. Dieser Fall verdeutlicht ein wachsendes Phänomen namens „Sextortion", eine Form der Online-Erpressung, bei der Täter mit der Veröffentlichung intimer Inhalte drohen. Das Verfahren hat auch für Deutschland und Europa Relevanz, da solche Verbrechen über Ländergrenzen hinweg stattfinden. Deutsche Kinder sind ebenso gefährdet wie Eltern und Schulen, die Prävention betreiben müssen. Für Behörden und Unternehmen unterstreicht der Fall die Notwendigkeit verbesserter Überwachungsmaßnahmen auf Social-Media-Plattformen und internationaler Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Kindesmissbrauch im Internet.

Die Verurteilung des kanadischen Täters offenbart die systematische Vorgehensweise moderner Cyberkrimineller bei der Ausbeutung von Kindern. Zwischen 2014 und seiner Verhaftung 2021 operierte Pathmanathan unter mehreren gefälschten Profilen auf Instagram und Facebook Messenger. Er gab sich als jugendlicher Junge aus New Jersey aus, um Kinder im Grundschulalter — teilweise erst sechs Jahre alt — zu kontaktieren und zu manipulieren.

Das Vorgehen folgte einem klassischen Grooming-Muster: Nach dem Aufbau von Vertrauen forderte Pathmanathan die Kinder auf, intime Inhalte zu versenden. Die gesammelten Videos und Bilder speicherte er auf seinem Computer. Besonders perfide war seine Taktik bei Verweigerung: Er drohte den Kindern damit, das Material bei deren Freunden und Familie zu verbreiten — eine Praxis, die als Sextortion bekannt ist.

Das Bundesjustizministerium betonte, dass Pathmanathan methodisch und über Jahre hinweg Kinder „gejagt” habe. Die Anklage umfasste Vorwürfe der Herstellung von Kindesmissbrauchsmaterial und der Nötigung und Verführung von Minderjährigen. Im Januar 2022 bekannte sich Pathmanathan schuldig.

Bereits 2022 war der Täter in Kanada zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die 33-jährige US-Strafe kommt zusätzlich hinzu. Nach seiner Freilassung muss Pathmanathan sich als Sexualstraftäter registrieren lassen und unterliegt einer zehnjährigen Überwachung.

Für Deutschland ist dieser Fall ein Weckruf. Das BSI warnt kontinuierlich vor solchen Phänomenen. Eltern sollten ihre Kinder über die Risiken sozialer Medien aufklären und deren Aktivitäten überwachen. Schulen und Behörden setzen auf Präventionsprogramme. Die Plattformbetreiber stehen in der Pflicht, verdächtige Aktivitäten zu melden und Täter zu sperren — eine Verpflichtung, die nicht immer konsequent umgesetzt wird.