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Kritische RCE-Lücke in Gogs gefährdet selbstgehostete Git-Server weltweit

Kritische RCE-Lücke in Gogs gefährdet selbstgehostete Git-Server weltweit
Zusammenfassung

Eine kritische Sicherheitslücke in Gogs, einer beliebten Open-Source-Plattform für selbstgehostete Git-Repositories, ermöglicht es authentifizierten Nutzern, beliebigen Code auf dem Server auszuführen. Die Schwachstelle wurde mit einem CVSS-Wert von 9,4 bewertet und resultiert aus einer fehlerhaften Validierung von Branch-Namen bei der Rebase-Merge-Funktion. Angreifer können über speziell präparierte Pull Requests das git-rebase-Kommando mit zusätzlichen Flags manipulieren und so Remote Code Execution erreichen. Besonders kritisch ist, dass für den Angriff keine Administratorrechte notwendig sind – ein einfaches Benutzerkonto reicht aus. Weltweit sind mindestens 1.141 Gogs-Instanzen im Internet erreichbar, wobei die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen dürfte. Für deutsche Unternehmen und Behörden, die Gogs intern betreiben, stellt diese Schwachstelle eine unmittelbare Bedrohung dar: Ein kompromittierter Nutzer könnte Zugriff auf alle Repositories, Quellcode und Anmeldedaten erlangen. Die fehlende Patch-Verfügbarkeit macht die Situation zusätzlich brisant, weshalb sofortige Gegenmaßnahmen wie die Deaktivierung der Rebase-Merge-Funktion dringend empfohlen werden.

Die Sicherheitsforscher von Rapid7 haben die kritische Schwachstelle analysiert und ein detailliertes Angriffsszenario dokumentiert. Die Lücke nutzt eine unsichere Verarbeitung von Git-Rebase-Operationen mit dem –exec-Flag aus. Beim “Rebase before Merging” – einer häufig verwendeten Merge-Strategie in Gogs – können Angreifer böswillige Branch-Namen einschleusen, die Shell-Befehle injizieren.

Der Angriff ist bemerkenswert einfach durchzuführen: Ein Angreifer registriert sich auf einer Gogs-Instanz, erstellt ein eigenes Repository und aktiviert Rebase Merging in den Einstellungen. Dies sind standardmäßig User-Aktivitäten ohne Administrative Rechte. Anschließend erstellt er einen Pull Request mit manipuliertem Branch-Namen, der Shell-Kommandos enthält. Bei der Merge-Operation wird dieser Code ausgeführt – mit den Rechten des Gogs-Prozesses.

In einem alternativen Szenario kann auch ein Benutzer mit Schreibzugriff auf ein Repository mit bereits aktiviertem Rebase-Merging die Lücke direkt ausnutzen. Auf Instanzen mit Beschränkung der Repository-Erstellung benötigt der Angreifer Schreibzugriff auf mindestens ein betroffenes Repository.

Die Folgen sind erheblich: Ein erfolgreicher Exploit ermöglicht Zugriff auf alle Repositories der Instanz, das Extrahieren von Anmeldedaten und eine Ausbreitung auf andere Netzwerk-Systeme. Besonders kritisch ist das Risiko einer Cross-Tenant-Datenpanne – auf gemeinsamen Servern könnten private Repositories anderer Benutzer kompromittiert werden.

Rapid7 schätzt etwa 1.141 internetgerichtete Gogs-Instanzen, die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher liegen, da die meisten Deployments in internen Netzwerken oder hinter VPNs betrieben werden. Das Security-Team hat bereits einen Metasploit-Modul entwickelt, der den kompletten Exploit-Chain automatisiert.

Solange kein Patch vorliegt, müssen Administratoren auf Schutzmassnahmen wie Netzwerk-Segmentierung und strikte Zugriffskontrolle zurückgreifen. Eine sofortige Überprüfung der Gogs-Konfiguration ist dringend empfohlen.