Nach Darstellung der Anklage begann Spagnuolo im Oktober 2025, über ein Polymarket-Konto unter dem Pseudonym „AlphaRaccoon" darauf zu wetten, ob bestimmte Personen in Googles Ranglisten der meistgesuchten Begriffe auftauchen würden. Dabei soll er die vertraulichen Daten aus dem internen Werkzeug genutzt und bei rund 25 unwahrscheinlichen Ergebnissen mit nahezu perfekter Trefferquote gewettet haben. Insgesamt setzte er den Ermittlungen zufolge etwa 2,75 Millionen Dollar aufs Spiel.
Nachdem Google seine „Year in Search"-Ergebnisse am 4. Dezember 2025 öffentlich vorgestellt hatte, sammelte das AlphaRaccoon-Konto Gewinne von rund 1,2 Millionen Dollar in der Kryptowährung USDC.e ein. Laut Anklageschrift gab die Software zwischen dem 4. und dem 10. Dezember 2025, als sich die Polymarket-Märkte zu Googles „Year in Search" auflösten, etwa 3.914.362 USDC.e an das Konto frei. Am 10. Dezember 2025 soll das Konto rund 5,045 Millionen USDC.e an eine als „Wallet-0xAf6" bezeichnete Adresse überwiesen haben.
Das FBI führte das AlphaRaccoon-Konto auf ein auf Spagnuolos Namen registriertes Konto bei einem Zahlungsdienstleister zurück, das mit einem italienischen staatlichen Ausweisdokument verknüpft war. Nachdem in Online-Communitys auf Discord und X die Vermutung aufkam, hinter AlphaRaccoon stecke ein Google-Insider, wurde der Benutzername vom Konto entfernt, das daraufhin wieder als alphanumerische Wallet-Adresse erschien.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, Spagnuolo habe die illegalen Erlöse anschließend über mehrere Krypto-Tauschdienste verschoben, darunter einen Dienst, der Wallet-Adressen aus der Blockchain entfernt.
„Die heutigen Anklagepunkte bekräftigen eine jahrzehntealte Botschaft: Unternehmensinsider dürfen vertrauliche Geschäftsinformationen nicht nutzen, um auf unseren Märkten Gewinne zu erzielen", sagte der US-Staatsanwalt Jay Clayton. Spagnuolo habe mutmaßlich die Pflichten gegenüber seinem Arbeitgeber verletzt und Googles vertrauliche Geschäftsinformationen genutzt, um auf Polymarket mehr als 1,2 Millionen Dollar Handelsgewinn zu erzielen.
David I. Miller, Leiter der Vollzugsabteilung der CFTC, ergänzte, Beschäftigte, denen vertrauliche Geschäftsinformationen anvertraut würden, dürften diese nicht für den persönlichen finanziellen Vorteil missbrauchen.
