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Google-Mitarbeiter wegen Insiderhandel angeklagt: 1,2 Millionen Dollar durch vertrauliche Suchdaten erbeutet

Google-Mitarbeiter wegen Insiderhandel angeklagt: 1,2 Millionen Dollar durch vertrauliche Suchdaten erbeutet
Zusammenfassung

Ein Google-Sicherheitsingenieur wurde in den USA wegen Insiderhandels angeklagt, nachdem er mit Hilfe vertraulicher Unternehmensdaten 1,2 Millionen Dollar auf der Kryptowährungs-basierten Vorhersageplattform Polymarket gewonnen hat. Der 36-jährige Michele Spagnuolo, italienischer Staatsbürger mit Wohnsitz in der Schweiz und seit 2014 bei Google beschäftigt, nutzte Zugriff auf interne Daten von Googles jährlich veröffentlichtem „Year in Search"-Ranking, um mit beeindruckender Genauigkeit auf die Top-Suchtrends zu wetten. Zwischen Oktober und Dezember 2025 platzierte er unter dem Pseudonym „AlphaRaccoon" etwa 25 Wetten mit nahezu perfekter Trefferquote. Die US-Behörden, darunter die Commodity Futures Trading Commission, haben Anklage erhoben und werfen Spagnuolo Insiderhandel, Drahtbetrug und Geldwäsche vor, was Strafen von bis zu 20 Jahren Gefängnis nach sich ziehen könnte. Der Fall verdeutlicht die wachsende Schnittstelle zwischen traditionellem Insiderhandel und dezentralisierten Kryptomärkten – ein Risiko, das auch deutsche Unternehmen und ihre Mitarbeiter betrifft und die Notwendigkeit verstärkter Sicherheitsmaßnahmen und Compliance-Kontrollen unterstreicht.

Der Fall gegen Michele Spagnuolo zeigt eine bemerkenswerte Kombination aus klassischem Insiderhandel und moderner Kryptotechnologie. Der Sicherheitsingenieur hatte Zugriff auf ein internes Google-Tool, das mit dem roten Banner “Google Confidential” gekennzeichnet war und die jährlichen Trendranking-Daten der Suchmaschine enthielt — eine der wertvollsten Informationen des Unternehmens.

Ab Oktober 2025 nutzte Spagnuolo diese Informationen, um auf Polymarket zu wetten, welche Personen es in Googles Top-Trending-Listen schaffen würden. Mit einem Gesamtrisiko von etwa 2,75 Millionen US-Dollar platzierte er rund 25 Wetten — und traf praktisch jeden einzelnen Ausgang korrekt. Nach Googles öffentlicher Ankündigung der Year-in-Search-Ergebnisse am 4. Dezember 2025 flossen über 1,2 Millionen US-Dollar in Stablecoin-Form in sein Polymarket-Konto.

Die Ermittlungen begannen, als Online-Communities auf Discord und X zu spekulieren begannen, dass “AlphaRaccoon” ein Google-Insider sein könnte. Das FBI gelang es, den Account über eine Zahlungsverarbeitungs-Plattform zurückzuverfolgen, die in Spagnuolos Namen registriert war und mit seinem italienischen Ausweis verknüpft war. Daraufhin versuchte Spagnuolo offenbar, die illegal erworbenen Mittel durch mehrere Kryptowährungstausch-Services zu waschen — einige davon löschen Wallet-Adressen von der Blockchain.

Die Anklage ist schwerwiegend: Spagnuolo droht bis zu 10 Jahren Haft wegen Warenterminbetrug sowie je 20 Jahre für Drahtbetrug und Geldwäsche. U.S. Attorney Jay Clayton betonte, dass “corporate insiders” nicht befugt sind, vertrauliche Geschäftsinformationen zum persönlichen Gewinn zu missbrauchen — ein Grundsatz, der universell gilt.

Für deutsche Unternehmen unterstreicht dieser Fall die Bedeutung strenger Zugriffskontrolle, Überwachung von privilegierten Konten und der Überprüfung anomaler Aktivitäten. Das BSI empfiehlt regelmäßiges Monitoring und Schulungen für Mitarbeiter mit Zugriff auf sensible Daten. Unter der DSGVO können solche Vorfälle erhebliche Bußgelder nach sich ziehen, sofern Personendaten betroffen sind.