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Niederländische Behörden zerschlagen Botnet mit 17 Millionen infizierten Geräten

Niederländische Behörden zerschlagen Botnet mit 17 Millionen infizierten Geräten
Zusammenfassung

Die niederländischen Behörden haben die Zerschlagung eines Botnetzes bekannt gegeben, das mindestens 17 Millionen Geräte weltweit unter seine Kontrolle gebracht hatte – darunter Computer, Tablets, Smartphones und IoT-Geräte. Das kriminelle Netzwerk, das von der niederländischen Polizei und dem Nationalen Cybersicherheitszentrum (NCSC) dismantelt wurde, nutzte über 200 Server in den Niederlanden als Infrastruktur. Bei dem Botnet handelt es sich nach Berichten lokaler Medien um Asocks, einen Dienst, der Residential Proxies für monatliche Gebühren zwischen 5 und 15 Dollar anbot. Diese Proxies ermöglichten es Cyberkriminellen, infizierte Geräte zum Versand von Spam, zum Durchführen von DDoS-Attacken und zur Verschleierung ihrer Aktivitäten zu missbrauchen. Für deutsche Nutzer, Unternehmen und Behörden ist dieser Fall bemerkenswert, da auch deutsche Netzwerk-Infrastrukturen und Geräte betroffen sein könnten. Die Zerschlagung zeigt die Bedeutung von regelmäßigen Sicherheitsupdates, starken Passwörtern und Zwei-Faktor-Authentifizierung. Gleichzeitig verdeutlicht der Fall, wie schnell private Geräte zur Waffe von Cyberkriminellen werden können – ein Risiko, das durch mangelnde Cybersicherheitsmaßnahmen in Privathaushalten und Unternehmen weiter zunimmt.

Das zerschlagene Botnet offenbart ein Muster, das sich in der organisierten Cyberkriminalität zunehmend durchsetzt: die Monetarisierung von infizierten Geräten über Proxy-Dienste. Der NCSC zufolge konnte das Netzwerk durch die Sicherung einer Teilmenge der Server bei einem niederländischen Hosting-Provider offline genommen werden. Der Provider kooperierte nach Bekanntwerden des Missbrauchs und unterstützte die Behörden.

Asocks, das Name des identifizierten Services, bewarb sich auf seiner Website als Anbieter von Corporate-, Residential- und Mobile-Proxys für monatliche Abonnements zwischen fünf und 15 Dollar. Massenrabatte für 10 bis 100 Proxies sollten zusätzliche Anreize schaffen. Während legitime Anwendungen wie der Zugriff auf geografisch beschränkte Inhalte existieren, nutzten Kriminelle das System gezielt zur Verschleierung ihrer Aktivitäten und zur Durchführung von Cyberattacken.

Bereits im April 2024 hatte das Threat-Intelligence-Team Satori der Firma HUMAN eine Kampagne namens PROXYLIB dokumentiert, die infizierte Android-Geräte mit Proxyware von LumiApps und Asocks zum Ziel hatte. Dieses Vorgehen zeigt die Professionalisierung der Botnet-Infrastruktur: Statt willkürliche Ziele zu attackieren, werden spezialisierte Mobile-Netzwerke systematisch aufgebaut.

Zum Schutz vor Botnet-Infektionen empfiehlt das NCSC Nutzern und Organisationen bewährte Maßnahmen: regelmäßige Betriebssystem-Updates, Verwaltung von Grenzgeräten wie Routern, starke Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung, Installation von Apps ausschließlich aus vertrauenswürdigen Quellen, Änderung Standard-Passwörter und die Sicherung von WLAN-Netzwerken mit WPA2 oder WPA3. Das BSI unterstreicht diese Empfehlungen und verweist auf regelmäßige Schwachstellenwarnung und Sicherheits-Updates als erste Verteidigungslinie. Deutsche Unternehmen sollten zudem ihre internen Netzwerke durch kontinuierliche Überwachung und Endpoint-Detection-and-Response-Systeme absichern.