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Operation Dragon Weave: Chinesische Hackergruppen intensivieren Spionagekampagnen in Europa und Asien

Operation Dragon Weave: Chinesische Hackergruppen intensivieren Spionagekampagnen in Europa und Asien
Zusammenfassung

Eine neue Cyber-Spionagekampagne mit dem Codenamen Operation Dragon Weave hat sich auf Beamte und Bürger in der Tschechischen Republik und Taiwan konzentriert, um ihnen den AdaptixC2-Agent zu übermitteln. Nach Erkenntnissen von Seqrite Labs richten sich die Angriffe gegen Behörden, Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Finanzdienstleistungssektor. Die Kampagne nutzt gezielt Phishing-E-Mails mit ZIP-Anhängen, die eine Infektionskette auslösen. Diese verwendet einen Rust-Loader zum Ablegen der endgültigen Malware für Datenexfiltration und Fernzugriff. Obwohl die Aktivität primär China-ausgerichtete Akteure betrifft, unterstreicht der Fall die wachsende Bedrohung durch staatlich gestützte Cyber-Angriffe. Für Deutschland und europäische Länder ist dies besorgniserregend, da ähnliche Techniken und Taktiken auch gegen hiesige Regierungseinrichtungen, Forschungsinstitute und kritische Infrastrukturen eingesetzt werden könnten. Der Bericht zeigt zudem, dass chinesische Hackergruppen wie SteppeGlimmer und NegativeGlimmer weltweit aktiv bleiben und dabei fortschrittliche Tools wie ShadowPad und Cobalt Strike einsetzen. Deutsche Behörden und Unternehmen sollten ihre Sicherheitsvorkehrungen überprüfen und ihre Mitarbeiter für Spear-Phishing-Angriffe sensibilisieren.

Die Sicherheitsexperten von Seqrite Labs haben die bislang undokumentierte Kampagne analysiert und dokumentiert, wie Angreifer über Spear-Phishing-E-Mails mit ZIP-Archiven arbeiten. Diese Archive enthalten scheinbar legitime Dateien, die tatsächlich Teil einer mehrschrittigen Infektionskette sind.

Die Angriffsmechaniken nutzen zwei unterschiedliche Infektionspfade: Im ersten Szenario öffnet das Opfer eine manipulierte Windows-Shortcut-Datei (LNK), die sich als PDF ausgibt. Dies startet ein PowerShell-Skript, das eine ausführbare Datei namens “RuntimeBroker_update.exe” aus einer DAT-Datei extrahiert. Im zweiten Angriffsverlauf führt das Opfer direkt eine Binärdatei aus dem Archiv aus – einen in Rust geschriebenen Dropper, der dieselbe ausführbare Datei startet.

In beiden Fällen wird eine bösartige DLL namens “UnityPlayer.dll” durch DLL-Side-Loading geladen. Dies aktiviert den sogenannten RUSTCLOAK-Loader, einen Rust-basierten Mechanismus, der die Hauptnutzlast entschlüsselt: den AdaptixC2-Agent, intern AZUREVEIL genannt.

Das Besondere an AZUREVEIL ist die Nutzung von Microsoft Azure Blob Storage als Command-and-Control-Infrastruktur. Statt direkter Kommunikation zwischen Angreifer und infiziertem System folgt die Malware einem “Dead Drop”-Ansatz – beide Seiten nutzen denselben Azure-Storage-Container zum Datenaustausch. Dies erschwert die Detektion erheblich, da der Datenverkehr sich von legitimen Cloud-Diensten kaum unterscheidet.

Der Agent unterstützt 36 verschiedene Befehle, darunter Dateiverwaltung, Shell-Befehlsausführung, Prozessauflistung, Port-Forwarding und die Ausführung von Beacon Object Files im Speicher. Dies ermöglicht umfassende Post-Exploitation-Aktivitäten.

Parallel zur Operation Dragon Weave dokumentierten Sicherheitsforscher zusätzliche Kampagnen: Eine Eindringung gegen eine indische Niederlassung eines multinationalen Herstellers zeigte den Einsatz von TencShell, einem neuen Go-basierten Implant basierend auf dem Open-Source-Framework rshell. Merkmale wie Tencent-API-Nachahmung und Infrastruktur-Patterns deuten auf chinesische Angreifer hin.

Eset-Forscher berichten von erhöhter Aktivität chinesischer Bedrohungsakteure von Oktober 2025 bis März 2026. Besonders bemerkenswert ist die SteppeDriver-Gruppe, die Entitäten in Frankreich, der Mongolei und Südamerika mit Tools wie ShadowPad und COOLCLIENT angegriffen hat. Auch die neue PhiliKit-Backdoor und die Gruppe NegativeGlimmer zeigen kontinuierliche Spionageoperationen gegen kritische Infrastrukturen in mindestens 37 Ländern.

Für deutsche Organisationen empfehlen Sicherheitsexperten erhöhte Wachsamkeit bei E-Mail-Anhängen, kontinuierliches Monitoring von Azure-Cloud-Aktivitäten und die Implementierung von Multi-Faktor-Authentifizierung.