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OpenAI-Codex-Anmeldedaten gestohlen: Massive Supply-Chain-Attacke über npm-Paket

OpenAI-Codex-Anmeldedaten gestohlen: Massive Supply-Chain-Attacke über npm-Paket
Zusammenfassung

Ein neuer Supply-Chain-Angriff bedroht Entwickler, die OpenAI Codex nutzen: Das npm-Paket „codexui-android", das sich als Remote Web UI für OpenAI Codex ausgibt, wurde mit Malware infiziert und stiehlt seit etwa einem Monat systematisch Authentifizierungstoken der Nutzer. Das Paket verzeichnet wöchentlich über 29.000 Downloads, was die Reichweite des Angriffs unterstreicht. Der entscheidende Unterschied zu typischen Supply-Chain-Attacken liegt darin, dass die Malware in ein funktionierendes, aktiv gepflegtes Paket eingebettet wurde, um Vertrauen aufzubauen. Die gestohlenen Zugriffstoken werden auf einen Attacker-Server exfiltriert, wobei die langlebigen Refresh-Token besonders kritisch sind – sie ermöglichen es Angreifern, sich unbegrenzt als Opfer auszugeben. Neben dem npm-Paket wurden auch mehrere Android-Apps entdeckt, die die gleiche Exfiltrationsmethode nutzen und zusammen über 60.000 Downloads aufweisen. Für deutsche Entwickler und Unternehmen, die Codex-Tools einsetzen, stellt dies ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar: Kompromittierte Tokens können zu unauthorisiertem Zugriff auf sensible Projekte und Daten führen. Der Vorfall verdeutlicht die wachsende Bedrohung durch gezielte Attacken auf KI-Developer-Werkzeuge und unterstreicht die Notwendigkeit strenger Überwachung von Abhängigkeiten sowie regelmäßiger Sicherheitsaudits in der Software-Lieferkette.

Die Cybersicherheitsfirma Aikido Security hat einen beunruhigenden Fall aufgedeckt: Das npm-Paket “codexui-android”, verwaltet vom Nutzer “friuns” (Igor Levochkin), fungiert als Remote-Web-UI für OpenAI Codex und wurde über einen Monat hinweg aktiv zum Diebstahl von Authentifizierungsdaten missbraucht. Der Angriff unterscheidet sich fundamental von klassischen Supply-Chain-Attacken – statt eines Typosquatting-Pakets handelt es sich um ein echtes, gepflegtes Projekt mit aktivem GitHub-Repository.

Die Malware extrahiert Inhalte aus der Datei ~/.codex/auth.json und sendet sie an die attacker-kontrollierte Domain “sentry.anyclaw.store”, die sich als das legitime Monitoring-Tool Sentry ausgibt. Gestohlen werden access_token, refresh_token, id_token und die Account-ID. Besonders kritisch: Der refresh_token verfällt nicht und ermöglicht Angreifern unbegrenzten, unsichtbaren Zugriff auf das betroffene Konto. “Das geht weit über Zugriff auf eine Chat-Oberfläche hinaus”, erklärt Forscher Charlie Eriksen.

Das Arsenal des Angreifers reicht über npm hinaus. Eine Android-App namens “OpenClaw Codex Claude AI Agent” (über 50.000 Downloads) nutzt das Paket innerhalb einer PRoot-Sandbox und leitet die Credentials zum gleichen Exfiltrations-Endpoint weiter. Die App lud sich die jeweils aktuelle Version des npm-Pakets – ohne Versionsangabe. Zwei weitere Apps des Entwicklers “BrutalStrike” zeigen das gleiche Muster.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung behauptete der Paketautor, die Kontrolle über sein npm-Konto verloren zu haben, widersprach sich dann aber und erklärte, intern zu ermitteln. Das WHOIS-Register offenbart einen aufschlussreichen Zusammenhang: Die Domain anyclaw.store wurde am 12. April 2026 registriert – gerade zwei Tage nach Upload der ersten Paketversion am 10. April.

Dieser Fall illustriert ein wachsendes Risiko: Cyberkriminelle zielen zunehmend auf KI-Developer-Tools und deren Authentifizierungsworkflows. Im selben Zeitraum entdeckte Aikido auch Sicherheitsmängel bei Google APIs – gelöschte Keys bleiben bis zu 23 Minuten gültig und ermöglichen Zugriff auf Google-Gemini-Daten und hochgeladene Dateien. Google stufte dies inzwischen als P0-Bug ein.

Die Lektionen sind klar: Entwickler sollten npm-Abhängigkeiten kritisch überprüfen, Authentifizierungsdateien wie Passwörter behandeln und regelmäßig auf verdächtige Aktivitäten in ihren Cloud-Projekten prüfen. Für deutsche Organisationen gilt: Solche Vorfälle erfordern möglichst schnelle Benachrichtigung nach DSGVO Artikel 33.