Das Ausmaß des Problems offenbarte sich bereits in den frühen Morgenstunden, als Microsoft über seinen offiziellen Microsoft 365 Status-Kanal erste Berichte von Benutzern bestätigte, die nicht auf ihre Dateien zugreifen konnten. Das Unternehmen leitete unmittelbar eine Untersuchung ein, um die Ursachen zu isolieren.
Nach ersten Analysen deutet alles auf ein übergreifendes Problem hin, das die gesamte Office-for-the-Web-Infrastruktur betrifft. Während Microsoft noch keine genauen Angaben zu betroffenen Regionen oder einem finalen Lösungszeitpunkt machte, wird an einer Behebung gearbeitet. Das Incident-Management-Team des Konzerns untersucht intensiv die Service-Telemetrie, um die Wurzel des Problems zu identifizieren.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Microsoft mit größeren Ausfällen kämpft. Am selben Tag musste das Unternehmen auch eine separate Störung beheben, die Kunden beim Einrichten der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) blockierte. Ursache war eine kürzlich durchgeführte Cache-Konfigurationsänderung, die zu hoher CPU- und Speicherauslastung führte, besonders als der Datenverkehr aus der Europäischen Union anstieg.
Die Serie problematischer Updates bei Microsoft setzt sich fort: Im April musste das Unternehmen mehrere Probleme beheben – etwa einen Bug, der Teams Free-Nutzer daran hinderte zu chatten und zu telefonieren, sowie ein Edge-Update, das Windows-Nutzern das Beitreten zu Teams-Meetings unmöglich machte. Auch ein Desktop-Client-Update führte zu Ladefehlern, die Nutzer auf Refresh-Aufforderungen beschränkte.
Für deutsche Unternehmen und Behörden – insbesondere solche, die im Finanz-, Gesundheits- oder Verwaltungssektor tätig sind – unterstreicht dieser Ausfall die Wichtigkeit von Redundanz und lokalen Backup-Systemen. Die DSGVO verpflichtet Unternehmen zudem, Ausfallzeiten zu dokumentieren und können bei fahrlässig verursachten Datenschutzverletzungen Bußgelder bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes drohen.
