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Palo Alto Networks: Kritische Authentifizierungslücke wird aktiv ausgenutzt

Palo Alto Networks: Kritische Authentifizierungslücke wird aktiv ausgenutzt
Zusammenfassung

Eine kritische Sicherheitslücke in den Firewall-Produkten von Palo Alto Networks wird bereits aktiv im großen Stil ausgenutzt. Die als CVE-2026-0257 katalogisierte Authentifizierungslücke im GlobalProtect-Portal ermöglicht es Angreifern, Zugangsschutzmaßnahmen zu umgehen und unbefugt VPN-Verbindungen zu etablieren. Nur vier Tage nach der öffentlichen Bekanntmachung im Mai begannen Cyberkriminelle, die Schwachstelle gezielt auszunutzen – zunächst durch gefälschte Authentifizierungscookies, später mit direktem Zugriff auf interne Netzwerke. Die US-Behörde CISA bewertete die Lücke als kritisch und forderte föderale Behörden zur sofortigen Behebung auf. Für Deutschland stellt dies eine erhebliche Bedrohung dar, da Palo Alto Networks Firewalls bei Unternehmen, Behörden und kritischen Infrastrukturen weit verbreitet sind. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass Angreifer bereits erfolgreich in mehrere Umgebungen eingedrungen sind und teilweise Zugang zu internen Netzwerken erlangt haben. Deutsche Organisationen sollten unverzüglich überprüfen, ob ihre Systeme betroffen sind, und die verfügbaren Sicherheitspatches prioritär einspielen.

Die US-amerikanische Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) hat CVE-2026-0257 in ihren Katalog der exploitierten Sicherheitslücken aufgenommen und fordert Bundesbehörden auf, bis 1. Juni zu patchen. Palo Alto Networks selbst bestätigte am 17. Mai, dass begrenzte Exploitationsversuche auf ungepatchten Systemen beobachtet wurden.

Die Angriffe zeigen ein besorgniserregendes Muster: Rapid7 dokumentierte, dass Cyberkriminelle mit gefälschten Authentifizierungscookies arbeiteten, um sich als lokale Admin-Konten auszugeben. In der ersten Angriffswelle vom 17. Mai nutzten die Täter die Hosting-Plattform Vultr, in einer zweiten Welle am 21. Mai wechselten sie zu Dromatics Systems. Die Sicherheitsforscher beobachteten, dass in acht von zehn Fällen die forgierten Cookies akzeptiert wurden. In einigen Fällen erhielten Angreifer sogar VPN-IP-Zuweisungen, die ihnen direkten Zugang zu internen Netzwerken verschafften.

Die betroffene Schwachstelle betrifft GlobalProtect-Portale und -Gateways unter bestimmten Konfigurationen. Palo Alto Networks veröffentlichte Sicherheitsupdates für PAN-OS 12.1, 11.2, 11.1 und 10.2 sowie für Prisma Access 11.2.0 und 10.2.0.

Für deutsche Organisationen ist schnelles Handeln essentiell. Rapid7 hat einen Proof-of-Concept-Code und Indikatoren für Sicherheitsverletzungen (IoCs) veröffentlicht, mit denen Unternehmen ihre Systeme auf Anfälligkeit überprüfen können. IT-Verantwortliche sollten sofort prüfen, ob Palo Alto Networks-Appliances mit GlobalProtect in ihrer Infrastruktur eingesetzt werden, und diese vorrangig patchen.

Die schnelle Ausnutzung dieser Lücke unterstreicht, wie wichtig zügige Patch-Management-Prozesse sind. Unternehmen, die von dieser Lücke betroffen waren und Daten verloren gingen, müssen unter der DSGVO potenzielle Datenschutzverletzungen melden – sowohl an die zuständigen Aufsichtsbehörden als auch möglicherweise an betroffene Personen. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes geahndet werden.