Die Sicherheitsforschungsteams von Socket, Aikido Security, JFrog, Microsoft, OX Security, SafeDep, StepSecurity und Wiz haben die Anschlagskampagne “Miasma” dokumentiert und analysiert. Die kompromittierten npm-Pakete enthalten einen verschleiert eingebauten Preinstall-Hook, der bereits während der Installation ausgeführt wird. Dieser Hook sammelt systematisch sensible Daten: GitHub-Actions-Secrets, npm-Authentifizierungstoken, Cloud-Credentials für AWS, Azure und Google Cloud, Kubernetes-Zertifikate, Vault-Material, SSH-Schlüssel und Git-Konfigurationsdateien.
Besonders bemerkenswert ist der Exfiltrationsmechanismus: Die gestohlenen Daten werden verschlüsselt an “api.anthropic[.]com:443/v1/api” übertragen, wobei GitHub als Fallback-Mechanismus dient. Die Angreifer nutzen dabei eine raffinierten Taktik – sie committen die verschlüsselten Daten via GitHub-API mit Commit-Nachrichten wie “IfYouInvalidateThisTokenItWillNukeTheComputerOfTheOwner:
Ein wichtiges Detail: Der Malware-Code vermeidet gezielt die Ausführung auf Systemen mit russischen Spracheinstellungen – ein Muster, das auch bei der GlassWorm-Kampagne beobachtet wurde. Die erste Commit mit dem String “Miasma: The Spreading Blight” tauchte am 29. Mai 2026 auf, was auf aktive Tests oder frühe Anschläge hindeutet.
Die neue Variante zeigt erhebliche Verbesserungen gegenüber früheren Versionen: Sie generiert für jede Infektion eine individuell verschlüsselte Payload, was die Detektion massiv erschwert. Zusätzlich wurden neue Cloud-Identity-Collector für GCP und Azure hinzugefügt, was zeigt, dass Angreifer zunehmend auf Cloud-Zugänge selbst abzielen, nicht nur auf Secrets aus Cloud-Umgebungen.
Die Kompromittierung gelang den Angreifern durch die Übernahme eines GitHub-Accounts eines Red-Hat-Mitarbeiters, der dann Malicious Commits zu RedHatInsights-Repositories pushte – vorbei an Code-Review-Prozessen.
Die Empfehlungen sind deutlich: Betroffene Hosts müssen isoliert werden, alle kompromittierten npm-Versionen entfernt und alle exponierten Credentials rotiert werden. Kritisch ist: Bloßes Deinstallieren des npm-Paketes reicht nicht aus, da der Malware persistente Mechanismen in Konfigurationsdateien hinterlässt (~/.claude/settings.json, .vscode/tasks.json, .github/workflows/codeql.yml). CI/CD-Systeme müssen überprüft werden auf verdächtige GitHub- und npm-Aktivitäten, Build-Artefakte aus dem Anschlagszeitraum gelten als kompromittiert.
