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Supply-Chain-Anschlag auf Red-Hat-npm-Pakete: Neue Malware-Variante stiehlt Entwickler-Zugangsdaten

Supply-Chain-Anschlag auf Red-Hat-npm-Pakete: Neue Malware-Variante stiehlt Entwickler-Zugangsdaten
Zusammenfassung

In einem umfassenden Lieferkettenangrifff wurden über 30 npm-Pakete unter Red Hats Namespace '@redhat-cloud-services' kompromittiert und mit einer neuen Variante der Shai-Hulud-Malware namens "Miasma" infiziert. Die von den Sicherheitsfirmen Aikido und OX Security entdeckte Attacke zielte darauf ab, Entwicklerzertifikate, Cloud-Secrets, SSH-Schlüssel und CI/CD-Token zu stehlen. Mit etwa 117.000 wöchentlichen Downloads war das Schadensausmaß erheblich. Red Hat teilte mit, dass die betroffenen Pakete sofort entfernt wurden und die Kompromittierung auf interne Entwicklungswerkzeuge begrenzt blieb, ohne Auswirkungen auf Kundensysteme. Allerdings bestätigte das Unternehmen, dass Angreifer offenbar das GitHub-Konto eines Red-Hat-Mitarbeiters übernahmen und bösartige Code-Commits in mehrere Repositories einspielten. Die Malware nutzte GitHub Actions und npm's Authentifizierungsmechanismus, um 96 Paketversionen zu verbreiten. Für deutsche Unternehmen und Entwickler ist dies kritisch: Alle Organisationen, die diese Red-Hat-Pakete installierten, müssen sofort alle Anmeldedaten, API-Keys und Tokens rotieren. Dies unterstreicht die wachsende Gefahr von Supply-Chain-Angriffen auf deutsche Tech-Unternehmen und Behörden, die npm-Abhängigkeiten nutzen.

Die Attacke offenbart eine raffinierten Angriffsweg: Ein Angreifer soll das GitHub-Konto eines Red-Hat-Mitarbeiters kompromittiert haben und nutzte diesen Zugang, um böswillige Commits direkt in mehrere Repositories zu pushen. Über manipulierte GitHub-Actions-Workflows und Skripte wurden backdoor-infizierte Paketversionen in die npm-Registry hochgeladen.

Das technische Vorgehen ist bemerkenswert: Der Workflow installiert “Bun”, führt eine obfuskierte index.js-Datei aus und nutzt GitHub’s OIDC-Authentifizierungsmechanismus, um sich direkt bei npm zu authentifizieren und die kompromittierten Pakete zu veröffentlichen. Die schädliche Payload wird automatisch bei Installation durch ein sogenanntes ‘preinstall’-Skript ausgelöst.

Nach Angaben von Aikido waren 32 Pakete und 96 Versionen betroffen. Die etwa 4,2 MB große malware-infizierte index.js-Datei ist dabei ausschließlich auf Credential-Diebstahl optimiert: Sie zielt auf GitHub-Actions-Secrets, AWS-, Google-Cloud- und Azure-Zugangsdaten, HashiCorp-Vault-Tokens, Kubernetes-Service-Accounts, npm- und PyPI-Tokens, SSH-Schlüssel, Docker-Credentials, GPG-Keys und Umgebungsvariablen ab.

Red Hat bestätigte die Kompromittierung und erklärte, die Pakete unmittelbar aus der npm-Registry entfernt zu haben. Das Unternehmen betont, dass der Angriff auf interne Entwicklungs-Tooling beschränkt blieb und niemals produktive Kundenumgebungen erreichte.

Die “Miasma”-Variante zeigt große Ähnlichkeiten mit der “Mini Shai-Hulud”-Malware, deren Quellcode die Threat-Group TeamPCP im Mai veröffentlichte. Unklar bleibt jedoch, ob dasselbe Threat-Actor-Netzwerk für diesen Angriff verantwortlich ist. Bisweit wurden 309 GitHub-Repositories mit Miasma kompromittiert.

Das BSI empfiehlt betroffenen Organisationen dringend, alle Credentials, Secrets und Tokens sofort zu rotieren. Der Angriff reiht sich in eine Serie von Supply-Chain-Attacken mit Shai-Hulud-Malware ein, die bereits prominente Projekte wie Bitwarden, SAP, Mistral, TanStack und OpenAI betroffen haben.