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DriveSurge-Kampagne: Tausende gehackte Websites verteilen Malware via ClickFix und FakeUpdates

DriveSurge-Kampagne: Tausende gehackte Websites verteilen Malware via ClickFix und FakeUpdates
Zusammenfassung

Die Bedrohungsgruppe DriveSurge führt derzeit großangelegte Malware-Verteilungskampagnen durch, die tausende legitime Websites kompromittiert haben. Mithilfe sogenannter ClickFix- und FakeUpdate-Techniken werden Besucher dieser gehackten Seiten auf Malware-Infrastruktur umgeleitet. Bei ClickFix-Angriffen werden Nutzer durch Social Engineering dazu gebracht, schädliche Befehle auszuführen, während FakeUpdate-Angriffe mit gefälschten Software-Updates, insbesondere für Browser, arbeiten. DriveSurge agiert dabei als Initial-Access-Broker und nutzt das Open-Source-Traffic-Distribution-System zTDS, um Besucher zu profileren und passgenaue Malware-Köder zu servieren. Die Kampagne betrifft nicht nur Windows-Systeme, sondern auch macOS-Nutzer. Für deutsche Nutzer bedeutet dies ein erhebliches Infektionsrisiko beim Besuch beliebter Websites, ohne dass diese oder ihre Betreiber von der Kompromittierung wissen. Besonders kritisch ist dies für Unternehmen und Behörden, deren Mitarbeiter potenziell auf gehackte Seiten zugreifen. Die Forscher haben über 80 bösartige Injektionsdomänen und vorab präparierte Domains identifiziert, was auf die Professionalisierung dieser Bedrohung hindeutet.

Die Bedrohungslage wird konkret: Tausende Websites wurden in den DriveSurge-Kampagnen kompromittiert. Die Sicherheitsforscher von SilentPush haben eine hochentwickelte Infrastruktur aufgedeckt, die Besucher automatisch klassifiziert und ihnen die am wirkungsvollsten erscheinende Malware-Variante zuweist.

Das Herzstück der Operation ist zTDS (eine Open-Source-Traffic-Distribution-System), die DriveSurge seit mindestens September 2025 einsetzt. Das System profiliert Websitebesucher und entscheidet automatisch, ob eine FakeUpdate- oder ClickFix-Lure am effektivsten ist. Die Täuschungen sind raffiniert: FakeUpdates simulieren Update-Hinweise für Chrome, Firefox, Edge, Safari, Opera, Brave, Yandex, Vivaldi, Samsung Internet und UC Browser. Ein Beispiel: Ein gefälschter Firefox-Update-Dialog lädt ein ZIP-Archiv herunter, das mehrere DLLs und eine schädliche Datei namens „Browser Update.exe” enthält.

ClickFix-Angriffe sind noch direkter: Sie locken Nutzer mit angeblichen Sicherheitsproblemen, um sie zur Ausführung von PowerShell-Befehlen zu bewegen – oft mit fatalen Folgen. Die Forscher haben acht technische Fingerabdrücke identifiziert, die DriveSurge-Infrastruktur verraten, einschließlich JavaScript-Injektionen mit dem Muster „t.js?site=”.

Besonders bemerkenswert: Die Kampagne richtet sich nicht nur an Windows-Nutzer. SilentPush entdeckte auch obfuszierten JavaScript-Code, der speziell auf macOS-Systeme abzielt. Dies zeigt die Professionalität und Reichweite der Operation.

Die Forscher identifizierten über 80 bösartige Injektions-Domains und eine Reihe von vorbereiteten Domains, die noch nicht im Einsatz sind – ein Hinweis auf geplante Expansionen.

Deutsche Nutzer sollten dringend beherzigen: Browser-Updates nur über das Einstellungsmenü (Über > Nach Updates suchen) durchführen. Befehle in der Eingabeaufforderung oder im Terminal sollten nie blind ausgeführt werden. Arbeitgeber müssen ihre Teams über diese Techniken aufklären – die DSGVO macht sie bei Datenpannen zur Meldung verpflichtet.