Im Zentrum der aktuellen Angriffe steht der Endpunkt „POST /api/v2/files“. Laut einer Ende März 2026 veröffentlichten Warnung von Tenable bereinigt dieser Endpunkt den Parameter „filename“ aus den Multipart-Formulardaten nicht ausreichend. Angreifer können dadurch mithilfe von Pfadsequenzen wie „../“ Dateien an beliebige Stellen des Dateisystems schreiben.

Tenable hatte nach eigenen Angaben bereits im Januar und Februar 2026 dreimal versucht, die Maintainer des Projekts zu kontaktieren. Nachdem darauf keine Abhilfe erfolgt war, veröffentlichte das Unternehmen die Details zu dem Problem am 27. März.

Caitlin Condon, Vice President of Security Research bei VulnCheck, erklärte in einem LinkedIn-Beitrag, dass sich die Schwachstelle zur Remote-Code-Ausführung nutzen lässt. Entscheidend sei dabei die Standardkonfiguration von Langflow: Weil die Plattform standardmäßig eine automatische Anmeldung ohne Authentifizierung ermögliche, werde kein Passwort benötigt, um den verwundbaren Endpunkt zu erreichen. Eine einzelne nicht authentifizierte Anfrage genüge, um zunächst ein gültiges Sitzungstoken zu erhalten und danach mit der Ausnutzung fortzufahren.

Nach Beobachtung von VulnCheck beschränkt sich die bislang bekannte Aktivität darauf, Testdateien auf den Systemen der Opfer abzulegen. Das deutet auf laufende Ausnutzungsversuche hin, auch wenn im Quelltext keine weitergehenden Folgen beschrieben werden.

Wie groß die potenzielle Angriffsfläche ist, zeigen Daten von Censys. Demnach sind etwa 7.000 Langflow-Instanzen öffentlich über das Internet erreichbar. Der Großteil davon befindet sich in Nordamerika.

Die aktuelle Welle reiht sich in eine Serie weiterer Angriffe auf Langflow in diesem Jahr ein. Genannt werden CVE-2026-0770, CVE-2026-33017, CVE-2026-21445 und CVE-2025-34291. Die zuletzt genannte Schwachstelle wurde dem Bericht zufolge von der iranischen, staatlich unterstützten Gruppe MuddyWater als Angriffswaffe eingesetzt.

VulnCheck sieht darin einen breiteren Trend: Angreifer nähmen zunehmend die Infrastruktur und Werkzeuge ins Visier, mit denen Unternehmen Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz entwickeln und bereitstellen. Diese Einschätzung teilte das Unternehmen in einer Stellungnahme mit, die The Hacker News vorliegt.