Nach Angaben von Microsoft soll die neue Verzögerung bei automatischen Updates in VS Code das Risiko problematischer oder potenziell kompromittierter Erweiterungsversionen senken. Ist die automatische Aktualisierung aktiviert, installiert die IDE neue Versionen von Extensions nicht mehr sofort nach deren Veröffentlichung, sondern mit einem Abstand von zwei Stunden.
Die Funktion steht ab VS Code 1.123 bereit. Wer nicht warten will, kann Erweiterungen weiterhin manuell über die Schaltfläche „Update“ sofort aktualisieren. Wenn für eine Extension ein Update aussteht, zeigt die Detailansicht laut Microsoft außerdem den Grund für die Verzögerung und den Zeitpunkt an, zu dem die automatische Aktualisierung ausgeführt wird.
Nicht für alle Erweiterungen gilt die Wartezeit. Microsoft erklärte, dass Extensions von vertrauenswürdigen Herausgebern wie Microsoft, GitHub und OpenAI weiterhin unmittelbar aktualisiert werden. Die zweistündige Verzögerung ist damit vor allem für andere Publisher gedacht.
Die Änderung kommt kurz nachdem RubyGems eine optionale Abkühlfunktion in Bundler 4.0.13 eingeführt hat. Diese Funktion verzögert die Installation neu veröffentlichter Gem-Versionen für einen vordefinierten Zeitraum. Ziel ist es laut der Beschreibung, die mögliche Gefährdung durch neu publizierte bösartige Versionen zu verringern.
Ähnliche Installationskontrollen wurden im vergangenen Jahr auch in Bun, pnpm, npm und Yarn ergänzt. Der gemeinsame Ansatz dahinter ist eine zeitbasierte Verzögerung, bevor eine neue Paketversion installiert werden darf.
Hintergrund ist ein Anstieg von Vorfällen in der Software-Lieferkette in verschiedenen Ökosystemen. Solche Angriffe zielen darauf ab, Systeme von Entwicklern zu kompromittieren und Schadsoftware an nachgelagerte Nutzer weiterzugeben. Eine Mindestalter-Schwelle für Paketversionen soll laut dem Quelltext das Zeitfenster verkleinern, in dem sich eine schädliche Veröffentlichung verbreiten kann, bevor sie als bösartig erkannt und von den Betreibern eines Registrys entfernt wird.
