EC-Council begründet die Erweiterung mit dem wachsenden Abstand zwischen KI-Einführung und der Qualifikation der Belegschaft. Nach Schätzungen von IDC könnten ungesteuerte KI-Risiken weltweit ein Volumen von 5,5 Billionen US-Dollar erreichen. Bain & Company beziffert die Lücke bei der Umschulung im Bereich KI und Cybersicherheit in den USA auf 700.000 Personen.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und das Weltwirtschaftsforum (WEF) sehen laut EC-Council nicht den Zugang zur Technologie, sondern die Qualifikation der Arbeitskräfte als primären Engpass für KI-getriebene Produktivität und Wachstum.

Parallel zur Verbreitung steige der Sicherheitsdruck: 87 Prozent der Organisationen berichten von KI-gestützten Angriffen, und der Datenverkehr generativer KI ist um 890 Prozent gestiegen. Zugleich bleibt KI-Kompetenz stark konzentriert – 67 Prozent der KI-Fachkräfte sind in nur 15 US-Städten ansässig, und Frauen stellen lediglich 28 Prozent der KI-Belegschaft.

„KI entwickelt sich vom Experiment zur Infrastruktur, und die Belegschaft muss diesen Schritt mitgehen“, sagte Jay Bavisi, Group President von EC-Council. Die Programme sollen Fachleuten praktische Fähigkeiten in Einführung, Sicherheit und Steuerung vermitteln.

Die Enterprise AI Credential Suite bildet nach Darstellung des Unternehmens ab, wie KI-Kompetenz in der Praxis entsteht. Als Grundlage dient die Zertifizierung Artificial Intelligence Essentials (AIE), die grundlegende KI-Kenntnisse und verantwortungsvollen Einsatz vermittelt. Gestützt wird sie auf das firmeneigene Rahmenwerk Adopt. Defend. Govern. (ADG), das den Einsatz von KI in realen Umgebungen im großen Maßstab definiert.

Die drei Säulen umfassen die gezielte und abgesicherte Einführung von KI (Adopt), den Schutz von KI-Systemen vor Bedrohungen wie Prompt Injection, Datenvergiftung, Modell-Ausnutzung und Kompromittierung der KI-Lieferkette (Defend) sowie die Verankerung von Verantwortlichkeit, Aufsicht und Risikomanagement von Beginn an (Govern). Innerhalb dieser Struktur ordnen sich die vier neuen Zertifizierungen konkreten Bedarfen entlang des KI-Lebenszyklus zu.

Mit Certified CISO v4 aktualisiert EC-Council die Ausbildung von Führungskräften für Cybersicherheit mit Blick auf KI-getriebene Risikoumgebungen. „Sicherheitsverantwortliche sind nun für Systeme zuständig, die lernen, sich anpassen und Ergebnisse mit hoher Geschwindigkeit beeinflussen“, ergänzte Bavisi. Das Programm bereite Führungskräfte darauf vor, KI-getriebene Risiken zu steuern und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Das Portfolio knüpft zudem an die langjährige Zusammenarbeit von EC-Council mit Regierungs- und Verteidigungsorganisationen an, darunter die bestehende Anerkennung als Basiszertifizierung nach DoD 8140. EC-Council wurde 2001 gegründet, ist nach ISO/IEC 17024 akkreditiert und hat nach eigenen Angaben weltweit über 350.000 Fachkräfte zertifiziert.