Nach Darstellung der Ermittler bezeichneten sich die Mitglieder der Bande selbst als “game boys” oder “sakawa boys”. Sie nahmen gezielt alleinlebende ältere Frauen und Männer in den USA ins Visier und gaukelten ihnen über das Internet eine romantische Beziehung vor. Hatten sie das Vertrauen ihrer Opfer gewonnen, brachten sie diese dazu, Geld auf die Konten von Mittelsmännern in den USA einzuzahlen.

Diese US-Komplizen wuschen das Geld anschließend, behielten ihren Anteil ein und leiteten den Rest an Mitglieder des Rings in Westafrika weiter. Diese als “chairmen” bezeichneten Hintermänner koordinierten die betrügerischen Aktivitäten.

Neben den Romance Scams setzte die Gruppe auch auf Business-E-Mail-Compromise-Angriffe. Dabei brachten die Täter zahlreiche Unternehmen zu Überweisungen, indem sie mit gefälschten Absenderadressen Kunden oder Mitarbeiter der Zielfirmen imitierten.

Laut Staatsanwaltschaft führte Van Yeboah viele der in der Anklage geschilderten Romance Scams persönlich durch. Ihm werden Verluste von mehr als 10 Millionen Dollar zugerechnet. “Viele New Yorker suchen online nach Gesellschaft, und niemand verdient es, dass seine Verletzlichkeit mit Betrug und Diebstahl beantwortet wird. Van Yeboah hat diese Verletzlichkeit auf grausame Weise ausgenutzt – für mehr als 10 Millionen Dollar an unrechtmäßigem Gewinn”, erklärte US-Staatsanwalt Jay Clayton. Er mahnte zugleich zur Vorsicht im Internet, insbesondere auf Dating-Webseiten: Niemand solle einer gerade erst kennengelernten Person Geld geben.

Van Yeboah bekannte sich am Donnerstag der Verschwörung zum Überweisungsbetrug schuldig. Die Strafzumessung durch den US-Bezirksrichter Arun Subramanian ist für den 3. Juni angesetzt; dem Angeklagten drohen bis zu 20 Jahre Haft.