Die University of Nottingham in Großbritannien hat am Mittwoch bestätigt, dass es zu einem Datenleck gekommen ist. In einer Stellungnahme erklärte die Hochschule, Hacker hätten auf „eine erhebliche Menge an Daten“ in ihrem Studentendatensystem zugegriffen. Nach Angaben der Universität betrifft der Vorfall derzeitige Studierende und Alumni.

Auslöser der öffentlichen Bestätigung war eine Veröffentlichung der Gruppe ShinyHunters. Das Kollektiv nahm für den Angriff die Verantwortung in Anspruch, setzte die Universität auf seine Leak-Seite und veröffentlichte mehrere Gigabyte an Dateien, die nach eigener Darstellung aus den Systemen der Hochschule stammen. Die Angreifer erklärten außerdem, Finanzinformationen zu sämtlichen Standorten der Universität erbeutet zu haben.

Wie umfangreich die veröffentlichten Daten sind, zeigt eine Auswertung des Kontenpannen-Benachrichtigungsdienstes Have I Been Pwned. Demnach enthalten die geleakten Dateien ungefähr 455.000 eindeutige E-Mail-Adressen. Darüber hinaus fanden sich weitere personenbezogene Informationen, darunter Benutzernamen, Namen, Adressen, Telefonnummern, Passnummern und Angaben zum Geschlecht.

Laut Have I Been Pwned gehen die offengelegten Datensätze noch weiter. In den Dateien seien auch Informationen zu ethnischer Zugehörigkeit, Behinderungen, akademischer Einschreibung, Staatsangehörigkeitsstatus und Gebührenzahlungen enthalten. Damit umfasst das Leck nicht nur Kontakt- und Identifikationsdaten, sondern auch besonders sensible persönliche Angaben.

Die Universität teilte mit, sie arbeite daran, die tatsächlich abgerufenen Daten genauer zu verstehen. Zudem habe sie die betroffenen Studierenden und Alumni direkt kontaktiert. Nach eigenen Angaben arbeitet die University of Nottingham dabei eng mit Action Fraud, dem Information Commissioner’s Office und weiteren Aufsichtsbehörden zusammen.

Die University of Nottingham ist eine große Forschungsuniversität in Großbritannien. Nach den Angaben im Quelltext zählt sie zu den 100 führenden Hochschulen weltweit, hat mehr als 35.000 Studierende an ihren britischen Standorten und weitere Tausende an internationalen Niederlassungen in China und Malaysia. Welche Datensätze aus welchen Standorten konkret betroffen sind, geht aus der Bestätigung der Universität nicht hervor.