Nach Angaben des US-Justizministeriums richteten sich die gefälschten Stellenanzeigen gezielt an aktuelle oder ehemalige Beschäftigte der US-Regierung. Bewerber und angeworbene Personen seien für Berichte im Zusammenhang mit ihrer Arbeit sowie für sensible Informationen bezahlt worden. Die Betreiber der Kampagne, die laut Behörden Verbindungen zu chinesischen Nachrichtendiensten haben sollen, nutzten Kryptowährungen und Online-Zahlungssysteme, um ihre tatsächlichen Identitäten zu verschleiern.
Aus einer im Zusammenhang mit der Domain-Beschlagnahme eingereichten FBI-eidesstattlichen Erklärung geht hervor, dass die falschen Websites mit betrügerischen oder gestohlenen Identitäten arbeiteten. Zudem seien KI-generierte Fotos eingesetzt worden, um den Seiten einen legitimen Anschein zu geben. Beworben wurden demnach allgemeine „Beratungs“-Positionen, die auf aktuelle oder frühere Mitarbeiter der US-Regierung zugeschnitten waren.
Laut FBI waren diese Websites häufig in Stellenanzeigen auf LinkedIn und anderen Rekrutierungsplattformen verlinkt oder wurden dort erwähnt. Das passt zu den Warnungen aus dem Five-Eyes-Bulletin von kürzlich. Darin hieß es, Spione des chinesischen Militärnachrichtendienstes gäben sich als Mitarbeiter privater Unternehmen oder Denkfabriken aus, schalteten falsche Stellenanzeigen etwa für außenpolitische oder verteidigungspolitische Analysten und setzten Kandidaten unter Druck, „nicht öffentliche“ Informationen preiszugeben.
Die Ermittler stießen nach Behördenangaben durch Hinweise von Betroffenen auf die Websites. Strafverfolger hätten Informationen von Zielpersonen erhalten, die verdächtige Kontakte meldeten. Dan Wierzbicki, Special Agent in Charge der Abteilung für Spionageabwehr und Cyber des FBI-Büros in Washington, sagte in einem Interview, viele Erkenntnisse stammten aus Gesprächen mit Personen, denen „etwas nicht richtig vorkam“.
Diese Personen hätten dem FBI auch geschildert, dass sie über Kryptowährungen oder unübliche Online-Zahlungssysteme bezahlt würden. Wierzbicki zufolge geht das FBI davon aus, dass weitere Websites mit ähnlichem Zweck online sind. Die Behörde bittet die Öffentlichkeit deshalb um Hilfe bei deren Identifizierung.
Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington wies die Vorwürfe chinesischer Spionage als „vollständig erfunden“ und als „böswillige Verleumdung“ zurück. Die Beschlagnahmung der 13 Domains ist dennoch Teil eines größeren Vorgehens westlicher Behörden, die vor Anwerbeversuchen warnen, bei denen sich vermeintliche Arbeitgeber als Fassade für den Zugriff auf sensible Informationen präsentieren.
