Der von Kirsten Gillibrand eingebrachte Änderungsantrag hätte eine digitale Teilstreitkraft geschaffen. Mehrere anonyme Kongressquellen sagten, neun Demokraten und vier Republikaner hätten dafür gestimmt. Den gesamten Gesetzentwurf brachte der Ausschuss am Mittwoch mit 18 zu 9 Stimmen voran.

Als wichtigstes Argument gegen Gillibrands Vorstoß galt dem Bericht zufolge, dass zunächst die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie der National Academy of Sciences, Engineering, and Medicine abgewartet werden sollten. Diese Untersuchung war bereits in einer früheren verteidigungspolitischen Roadmap vorgesehen worden und soll später in diesem Jahr abgeschlossen werden. Gillibrand hatte sich auch für diese Prüfung eingesetzt.

Senator Mike Rounds, der den Cyber-Unterauschuss des Streitkräfteausschusses leitet, sagte Recorded Future News, das Thema werde geprüft. Man sei sich aber nicht sicher, ob jetzt der richtige Zeitpunkt sei. Mit Verweis auf die laufende NASEM-Überprüfung erklärte er zudem, ein Teil der Zurückhaltung hänge mit der veränderten Art zusammen, wie Sicherheitsfragen im Cyberraum adressiert würden. Künstliche Intelligenz sei dabei ein wesentlicher Teil der Diskussion.

In diesem Monat hatte eine unabhängige Kommission einen Bericht veröffentlicht, der detailliert beschreibt, wie die USA eines Tages eine siebte Teilstreitkraft aufbauen könnten. Nach Einschätzung des Gremiums würde die neue uniformierte Truppe bis zu 11 Milliarden Dollar kosten und insgesamt rund 33.000 Angehörige umfassen, darunter 20.000 aktive Soldaten. Gillibrands bislang nicht veröffentlichter Änderungsantrag soll weithin als an diesen Empfehlungen orientiert gegolten haben, einschließlich einer organisatorischen Einbettung der Cyber Force in das Heer, ähnlich wie die Space Force unter dem Dach der Luftwaffe angesiedelt ist.

Ein Sprecher Gillibrands erklärte in einer Stellungnahme, man bleibe mit Blick auf eine Cyber Force optimistisch und die Senatorin werde sich weiter für ihre Schaffung einsetzen.

Auch ohne Cyber Force enthält der Gesetzentwurf einen tiefgreifenden Umbau der Cyber-Strukturen des Pentagon. Vorgesehen ist ein neuer Under Secretary of Defense for Cyber, Information, and Networks, der zugleich die Rolle des Chief Information Officer des Pentagon und die des wichtigsten Cyber-Beraters des Verteidigungsministers übernehmen soll.

Diese Regelung soll in zwei Jahren in Kraft treten. Laut dem Bericht ist sie ein Versuch der Gesetzgeber, anhaltenden Spannungen zwischen dem CIO und dem Assistant Secretary of Defense for Cyber Policy zuvorzukommen. Im Kern geht es nach Angaben mehrerer militärischer, ziviler und parlamentarischer Quellen mit direkter Kenntnis des Konflikts um unterschiedliche Auffassungen darüber, was überhaupt als Cyber-Operation gilt.

Das Büro des Assistant Secretary habe den Standpunkt vertreten, solche Aktivitäten seien ihm gesetzlich zugewiesen. Der CIO wiederum ordne diese Tätigkeiten der Cybersicherheit insgesamt zu und sehe sie damit im Verantwortungsbereich der eigenen Organisation.

Ein Kongressmitarbeiter sagte Reportern am Donnerstag, in einer Welt mit Mythos und anderen leistungsfähigen Modellen künstlicher Intelligenz für Cyber- und Netzwerkthemen sei es wichtig, Politik und Compliance-Mechanismen zum Schutz der Netzwerke zu vereinheitlichen. Man habe erkannt, dass es Reibungen und Lücken zwischen den Aktivitäten des CIO und des wichtigsten Cyber-Beraters gebe. Das neue Amt solle einen Teil dieser im Lauf der Zeit entstandenen Reibungen verringern.

Rounds sagte, die vorgesehene, vom Senat zu bestätigende Position würde das Thema Cyber buchstäblich wieder auf eine höhere Ebene heben als heute und Reibungen zwischen zwei Ämtern beseitigen: einem zur Bestimmung offensiver und defensiver Operationen und dem CIO, der für die Plattformen zuständig sei, auf denen dies stattfinde.