Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete im Ausschuss den KIDS Act zur Online-Sicherheit von Kindern, während Demokraten das Gesetz als unzureichend kritisierten und zu wenig Kontrolle über große Tech-Konzerne ermöglichte.
Der Energie- und Handelsausschuss des US-Repräsentantenhauses hat am Donnerstag einen umfassenden Gesetzesentwurf zur Online-Sicherheit von Kindern in einer parteiengebundenen Abstimmung verabschiedet. Die Demokraten griffen die Maßnahme jedoch heftig an und warfen den Republikanern vor, Big Tech mit zahnlosen Regelungen davonkommen zu lassen.
Die zentrale Kritik der Demokraten betraf den sogenannten KIDS Act (Kids Internet and Digital Safety Act), der ihrer Meinung nach einen viel zu schwachen Wissensstandard enthält. Dieser erlaube es Tech-Unternehmen, sich der Verantwortung für Online-Schäden zu entziehen, indem sie einfach behaupten, nicht zu wissen, dass Kinder ihre Plattformen nutzen.
Besonders problematisch fanden die Demokraten das Fehlen einer sogenannten “Duty of Care” – eine Verpflichtung für Plattformen, proaktiv gegen die schwerwiegendsten Schäden durch soziale Medien vorzugehen. Auch kritisierten sie Preemption-Regelungen, die einzelne Bundesstaaten daran hindern könnten, strengere Gesetze zu erlassen oder Plattformen wie Meta und Roblox vor Gericht zur Rechenschaft zu ziehen.
“Die Republikaner haben sich dafür entschieden, mit parteiischen Gesetzentwürfen voranzugehen, die dem Standard für Kindersicherheit nicht gerecht werden”, sagte der demokratische Ausschussmitglied Frank Pallone. “Dies ist ein Riesengeschenk für Big Tech.”
Die Lage ist brisant: Meta muss sich derzeit mehreren Sammelklagen stellen, und CEO Mark Zuckerberg musste kürzlich in einem kalifornischen Verfahren über Suchtmechanismen von Instagram aussagen. Auch die Plattform Roblox sieht sich ähnlichen Vorwürfen gegenüber.
Ausschussvorsitzender Brett Guthrie (R-KY) argumentierte hingegen, dass der KIDS Act einen wichtigen Schritt zur Kindersicherheit darstelle. Zwar habe man monatelang versucht, eine überparteiliche Einigung zu erreichen, doch müsse man jetzt handeln.
Die Demokraten warfen den Republikanern vor, den weitaus stärkeren KOSA-Gesetzentwurf (Kids Online Safety Act), der 75 überparteiliche Mitsponsoren im Senat hat, aufgegeben zu haben. Die Elternlobby-Gruppe “Parents for Safe Online Spaces” begrüßte zwar einzelne Verbesserungen des KIDS Act, etwa die Verpflichtung, Empfehlungsalgorithmen für Kinder standardmäßig auszuschalten, kritisierte aber das Fehlen der Duty of Care.
Parallel verabschiedete der Ausschuss auch “Sammy’s Law”, benannt nach einem Jungen, der ein unbekannterweise mit Fentanyl verseuchtes Medikament auf Snapchat kaufte und starb. Das Gesetz verpflichtet Sicherheits-Apps, Eltern vor Gefahren zu warnen.
Dazu kam der “App Store Accountability Act”, der Appstores verpflichtet, elterliche Zustimmung für Downloads durch Minderjährige einzuholen – ähnlich wie bei Zigaretten und Alkohol in physischen Läden.
Freiheits- und Datenschutzverbände wie das Center for Democracy and Technology warnen dagegen vor Altersverifikationstechniken, die Nutzer zur Weitergabe sensibler Daten verpflichten könnten.
Quelle: The Record
