Die aktuelle Warnung veröffentlichte das FBI als öffentliche Mitteilung am Montag. Darin beschreibt die Behörde ein Vorgehen, bei dem Betrüger nach gescheiterten oder blockierten Geldtransfers auf Bargeldabholungen umstellen. Sobald ein Opfer das Geld beschafft und dem Haupttäter mitteilt, dass die Summe bereitliegt, organisiert dieser laut FBI einen Kurier, der das Bargeld an der Wohnadresse des Opfers oder an einem öffentlichen Ort entgegennimmt.
Nach Angaben der Behörde legitimieren sich die eingesetzten Kuriere mit einem zuvor vereinbarten Code. Das FBI formuliert es so: „Wenn der Kurier eintrifft, zeigt er dem Opfer den Dollarschein oder nennt das vereinbarte Passwort, um seine Verbindung zu dem Betrüger zu bestätigen.“ Auf diese Weise soll für das Opfer der Eindruck entstehen, die Abholung gehöre zu einem legitimen Ablauf.
Anschließend sehen Betroffene laut FBI in ihrer virtuellen Geldbörse einen nur simulierten Anstieg des Guthabens. Versuchen sie dann, ihre vermeintlichen Gewinne auszuzahlen, beginnt der Zyklus erneut: Die Täter verlangen weiteres Bargeld, diesmal etwa für angebliche Steuern oder Strafgebühren. Auch diese Summen werden den Angaben zufolge wieder durch Kuriere eingesammelt.
Das FBI rät dazu, Plattformen für Kryptowährungen vor einer Investition genau zu prüfen. Zudem sollten Menschen ihre Wohnadresse nicht weitergeben und kein Bargeld an unbekannte Personen übergeben. Wer nach einer unaufgeforderten Nachricht wegen einer angeblich falschen Nummer kontaktiert wird, soll den Kontakt vollständig abbrechen. Ebenfalls verweist die Behörde auf „Love Bombing“ als besonders wirksame Manipulationstechnik, mit der Täter in kurzer Zeit künstliches Vertrauen aufbauen.
Opfer fordert das FBI auf, umgehend Beschwerde einzureichen und dabei möglichst viele Informationen zu übermitteln. Dazu zählen laut Behörde die Namen der Täter, die genutzten Kommunikationswege und die im Betrug verwendeten Bankkonten.
Neu ist der Einsatz von Kurieren für Bargeldabholungen laut FBI nicht. Bereits vor zwei Jahren hatte die Behörde davor gewarnt, dass Kuriere auch in verschiedenen anderen Betrugsmaschen eingesetzt werden, darunter Betrug mit angeblichem Technik-Support und Fälle, in denen sich Täter als Regierungsvertreter ausgeben.
Wie groß das Ausmaß solcher Delikte ist, zeigt laut FBI der Internet Crime Report 2025. Demnach verloren Opfer in den USA im vergangenen Jahr fast 21 Milliarden US-Dollar durch cybergestützte Kriminalität. Anlagebetrug machte dabei 49 Prozent aller betrugsbezogenen Vorfälle aus und verursachte Schäden von 8,6 Milliarden US-Dollar.
