In seiner öffentlichen Mitteilung beschreibt das FBI den Ablauf der Betrugsmasche detailliert. Sobald ein Opfer Bargeld beschafft und dem Haupttäter mitteilt, dass die Summe verfügbar ist, organisiert dieser laut Behörde einen Kurier, der das Geld am Wohnort des Opfers oder an einem öffentlichen Ort abholt. Zur Identifizierung erhalten die Opfer nach FBI-Angaben entweder die Seriennummer eines US-Dollarscheins oder einen anderen Code beziehungsweise ein Passwort.

Trifft der Kurier ein, zeigt er dem Opfer den entsprechenden Geldschein oder nennt das vereinbarte Passwort, um seine Verbindung zu den Betrügern glaubhaft zu machen. Danach, so das FBI, sehen die Opfer in ihrer virtuellen Geldbörse eine simulierte Wertsteigerung. Versuchen sie, den angeblichen Gewinn abzuheben, fordern die Täter erneut Geld — diesmal unter dem Vorwand von Steuern oder Strafgebühren — und lassen es wieder durch Kuriere einsammeln.

Die Behörde betont, dass solche Betrugsfälle häufig mit unaufgeforderten Kontaktaufnahmen über soziale Medien, Dating-Seiten und Messaging-Apps beginnen. Dort bauen die Täter gezielt Vertrauen auf, um ihre Ziele in ein angebliches Krypto-Investment zu ziehen. Das FBI nennt in diesem Zusammenhang auch „Love Bombing“ als besonders wirksame Manipulationstechnik, mit der in kurzer Zeit ein falsches Vertrauensverhältnis geschaffen werden soll.

Das FBI rät dazu, Kryptowährungs-Plattformen vor einer Investition zu prüfen, die eigene Wohnadresse nicht preiszugeben und kein Bargeld an unbekannte Personen zu übergeben. Wer nach einer unerwarteten Nachricht an eine falsche Nummer kontaktiert wird, soll den Kontakt vollständig abbrechen. Opfer sollen zudem umgehend Beschwerde beim FBI einreichen und dabei möglichst viele Informationen angeben, darunter Namen der Täter, genutzte Kommunikationswege und die im Betrug verwendeten Bankkonten.

Dass Kuriere in Betrugsfällen eingesetzt werden, ist laut FBI nicht neu. Bereits vor zwei Jahren warnte die Behörde davor, dass Bargeldboten auch bei anderen Maschen zum Einsatz kommen, unter anderem bei Betrug im Namen des technischen Supports und bei Täuschungen durch angebliche Regierungsvertreter.

Wie groß das Problem insgesamt ist, zeigt laut FBI der Internet Crime Report 2025. Demnach verloren Opfer in den USA im vergangenen Jahr fast 21 Milliarden US-Dollar durch internetgestützte Kriminalität. Anlagebetrug machte dabei 49 Prozent aller betrugsbezogenen Vorfälle aus und verursachte Schäden von 8,6 Milliarden US-Dollar.