NewCore beschreibt seine Plattform als Identitätslösung für das „agentische Unternehmenszeitalter“. Im Mittelpunkt steht der Anspruch, menschliche, maschinelle und agentische Identitäten in den verschiedenen Umgebungen einer Organisation gemeinsam zu verwalten und abzusichern. Die Architektur sei eigens darauf ausgelegt, Risiken zu senken, Zugriffssteuerung umzusetzen und Gefährdungen zu beseitigen.

Nach Angaben von NewCore setzt die Plattform auf Secure Split Key, kurz SSK. Dieses Verfahren solle eine ganze Angriffsklasse auf SAML-Signaturinfrastrukturen ausschalten. Das Unternehmen nennt dabei ausdrücklich Sitzungsdiebstahl durch Angreifer in der Mitte, Golden SAML und die Wiederverwendung von Tokens.

Entwickelt wurde die Plattform laut NewCore zudem unter der Vorgabe einer integrierten Steuerung agentischer Systeme. Dazu gehört ein Integrationspaket für verbreitete Agenten, darunter Claude Code, Codex und Cursor. Das Unternehmen verbindet seine Identitätsplattform damit explizit mit Werkzeugen, die in KI-gestützten Entwicklungs- und Arbeitsumgebungen eingesetzt werden.

Ergänzend bietet die Lösung nach Unternehmensangaben eine Benutzerverifikation außerhalb des eigentlichen Kommunikationskanals über hardwaregebundene Zugangsdaten. Diese seien unempfindlich gegen Weiterleitung, Wiederholung und Social Engineering.

Ein weiterer Baustein ist nach Darstellung von NewCore die fortlaufende Erkennung und Kartierung von Identitäten. Erfasst werden sollen dabei auch Schattenkonten, verwaiste Zugangsdaten und nicht gesteuerte Agenten. Damit zielt die Plattform auf Identitätsbestände, die in Unternehmen oft außerhalb etablierter Verwaltungsprozesse liegen.

Auch bei der Einführung verspricht NewCore einen vergleichsweise niedrigen Aufwand. Laut dem Unternehmen kann die Plattform innerhalb von Stunden bereitgestellt werden. Möglich werde das durch ein agentengesteuertes Koexistenzmodell, das bestehende Föderationen und Richtlinien migriert und dabei eine unterbrechungsfreie Umstellung ermöglichen soll.

CEO Zohar Alon begründet den Ansatz mit einer grundlegenden Schwäche bestehender Identitätssysteme. „Identität ist kaputt, aber sie ist zur Steuerungsebene des modernen Unternehmens geworden“, sagte Alon. Man habe NewCore nicht nur für die heutige Belegschaft aus Menschen, Maschinen und Agenten gebaut, sondern von Beginn an mit einem Sicherheitsansatz entwickelt. Ziel sei es nicht nur, Identitäten besser zu verwalten, sondern Risikokategorien zu beseitigen, mit denen Branche und Kunden zu lange hätten leben müssen.

Die Finanzierung in Höhe von 66 Millionen Dollar stammt von Cyberstarts, Index Ventures und Evolution Equity Partners. Mit dem Schritt aus dem Tarnmodus verbindet NewCore damit sowohl seine öffentliche Markteinführung als auch die Vorstellung einer Plattform, die Identitätssicherheit für menschliche Nutzer, Maschinen und KI-Agenten zusammenführen soll.