Nach Angaben des US-Justizministeriums verbreiteten CFAKE.com und SOCFAKE.com sexuell explizite digitale Bilder, also Deepfakes, die bekannte Frauen zeigen sollten. In der Mitteilung beruft sich die Behörde auf die eidesstattliche Begründung für die Beschlagnahmungsanordnungen. Demnach seien die digitalen Fälschungen so gestaltet worden, dass sie wie sexuelle Aufnahmen berühmter Frauen wirkten, darunter Politikerinnen, First Ladies mehrerer Länder, Mitglieder von Königshäusern, Journalistinnen, Fernsehmoderatorinnen, Sportlerinnen und Entertainerinnen.
Die beiden Domains zeigen inzwischen einen Beschlagnahmungshinweis. Darin heißt es, die Websites seien auf Grundlage eines richterlichen Beschlusses des U.S. District Court for the District of New Jersey abgeschaltet worden. Genannt werden dabei Homeland Security Investigations, das New Jersey Field Office von HSI, die französische Nationalpolizei, die Staatsanwaltschaft Paris, Italiens Polizia di Stato - Postal and Cybersecurity Police, die Computer Crime and Intellectual Property Section des US-Justizministeriums sowie die Staatsanwaltschaft für den District of New Jersey. Als Rechtsgrundlage wird ein Verstoß gegen 47 U.S.C. § 223 genannt.
Das Justizministerium erklärt, der TAKE IT DOWN Act untersage die nicht einvernehmliche Veröffentlichung intimer Darstellungen und digitaler Fälschungen, also Deepfakes. Verstöße könnten mit Geldstrafen, Freiheitsstrafe oder beidem geahndet werden. Das parteiübergreifende Gesetz wurde im Mai 2025 verabschiedet, um die Verbreitung nicht einvernehmlicher Darstellungen, darunter KI-generierte Deepfake-Pornografie, zu bekämpfen. Vorangetrieben wurde das Gesetz laut Quelltext von First Lady Melania Trump im Rahmen ihrer Initiative „Be Best“.
Die Ermittlungen begannen, nachdem Italiens Postal and Cybersecurity Police die US-Behörden auf die Websites aufmerksam gemacht hatte. Laut italienischen Medien leitete die Justiz in Italien im Oktober 2025 ein Verfahren ein, nachdem Beschwerden über KI-generierte sexuell explizite Bilder von Frauen aus Politik, Sport, Unterhaltung und anderen öffentlichen Berufen eingegangen waren. Italienische Behörden erwirkten später eine gerichtliche Anordnung, um den Zugriff auf die Websites innerhalb Italiens zu sperren, während die Ermittlungen weiterliefen.
Das US-Justizministerium teilt weiter mit, dass von US-Ermittlern gesicherte Beweise anschließend an französische Behörden übergeben wurden. Französische Staatsanwälte und Ermittler führten daraufhin ein Verfahren, das am 10. Juni zur Festnahme eines Verdächtigen in Nizza führte. Zudem wurden Kryptowährungen sichergestellt, die mutmaßlich mit dem Betrieb der Websites in Verbindung stehen.
Der TAKE IT DOWN Act stellt die Veröffentlichung sexuell expliziter veränderter Bilder identifizierbarer Personen ohne deren Einwilligung unter Bundesstrafe. Außerdem verpflichtet das Gesetz Online-Plattformen, gemeldete intime Bilder und Deepfakes innerhalb von 48 Stunden nach Eingang eines gültigen Antrags eines Opfers zu entfernen. Laut dem kommissarischen Justizminister Todd Blanche markiert die Beschlagnahmung der Domains „einen bedeutenden Erfolg im Kampf gegen Deepfake-Pornografie“.
Nach Angaben des Justizministeriums wurde das Gesetz bereits zuvor gegen einen Mann aus Ohio eingesetzt, der sich im Zusammenhang mit der Erstellung KI-generierter sexuell expliziter Bilder schuldig bekannte. Die Beschlagnahmung von CFAKE.com und SOCFAKE.com scheint jedoch der erste öffentlich bekanntgemachte Einsatz des Gesetzes gegen Websites zu sein, die mutmaßlich zur Verbreitung von Deepfake-Pornografie genutzt wurden.
