Nach Angaben der FTC entfielen fast 1 Milliarde US-Dollar der Verluste auf Betrüger, die sich als Unternehmen ausgaben. Innerhalb dieser Gruppe standen falsche Bankvertreter hinter den einträglichsten Maschen. Weitere rund 920 Millionen US-Dollar gingen auf Täter zurück, die sich als Regierungsstellen ausgaben.
Die Behörde beschreibt ein breites Spektrum an Kontaktwegen: SMS, Anrufe, E-Mails, soziale Netzwerke und Treffer in Suchmaschinen. Besonders auffällig ist die Rolle sozialer Plattformen. Dort verortet die FTC für 2025 Verluste von mehr als 2,1 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg auf das Achtfache gegenüber 2020.
Fast jeder dritte Amerikaner, der bei solchen Betrugsfällen Geld verlor, wurde laut FTC zuerst über soziale Medien kontaktiert. Allein die über Facebook gemeldeten Verluste lagen höher als die über Textnachrichten und E-Mail zusammen. WhatsApp und Instagram belegten den zweiten und dritten Platz.
Christopher Mufarrige, Leiter des FTC-Büros für Verbraucherschutz, erklärte, die Behörde werde „jedes verfügbare Mittel nutzen, um eine der heimtückischsten Betrugsformen – die Vortäuschung staatlicher und geschäftlicher Identitäten – zu bekämpfen und die Integrität der digitalen Wirtschaft zu schützen“.
Über alle Betrugskategorien hinweg stiegen die gemeldeten Schäden laut FTC 2025 auf rund 16 Milliarden US-Dollar. Das ist der höchste bisher registrierte Wert und liegt etwa 25 Prozent über dem Vorjahr.
Bereits im März 2024 hatte die FTC davor gewarnt, dass Kriminelle Mitarbeiter der Behörde imitierten, um Geld zu stehlen. Anlass waren zahlreiche Meldungen über Fälle, in denen sich Täter als FTC-Personal ausgaben und Amerikaner per Anruf, E-Mail oder SMS unter Druck setzten, Geld zu überweisen oder weiterzuleiten.
Seit Inkrafttreten der sogenannten Impersonation Rule im April 2024 hat die FTC nach eigenen Angaben ein Dutzend Durchsetzungsmaßnahmen eingeleitet. Dabei seien mehr als 70 Millionen US-Dollar an Entschädigungen für Verbraucher gesichert und einige dieser Betrugssysteme gestoppt worden.
Im vergangenen Jahr kündigte die Behörde auf Grundlage dieser Regel Maßnahmen gegen MediaAlpha wegen eines Schemas mit vorgetäuschter Behördenidentität, gegen American Tax Service wegen eines IRS-Betrugsschemas, gegen Blackstone Legal wegen eines Unternehmensbetrugs mit fingierten Schulden, gegen Click Profit wegen eines Unternehmens-Betrugsversprechens zum Geldverdienen sowie gegen Accelerated Debt Settlement wegen einer Kombination aus vorgetäuschter Behörden- und Unternehmensidentität an.
Im April 2026 reichte die FTC außerdem Klage gegen Innovative Partners ein. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe sich als Regierung und als Versicherungsträger ausgegeben, um betrügerische Gesundheitspläne zu verkaufen.
Ebenfalls in diesem Monat warnte das FBI in seinem Internet Crime Report 2025, dass Opfer in den USA im vergangenen Jahr durch internetgestützte Kriminalität insgesamt fast 21 Milliarden US-Dollar verloren haben.
