Nach eigener Beschreibung bekam Adithya mit zehn Jahren von seinen Eltern einen Laptop geschenkt, nachdem er eine Stipendienprüfung bestanden hatte. Schon zuvor habe ihn nicht nur Computertechnik interessiert, sondern auch Maschinen und Systeme allgemein. Er wollte verstehen, wie Autos funktionieren, wie Hubschrauber fliegen und wie elektronische Geräte arbeiten. Noch vor dem Laptop beschädigte er nach eigener Aussage einen DVD-Player, als er versuchte, den Audioausgang auf selbst gebaute Lautsprecher umzuleiten.
Mit elf Jahren begann er, auf seinem Laptop Computerspiele zu manipulieren. Für ihn sei das der Moment gewesen, in dem er erkannte, dass er ein Hacker ist: Statt schwierige Spielpassagen auf herkömmlichem Weg zu meistern, wollte er nachvollziehen, wie das Spiel selbst funktioniert und wie es sich verändern lässt. Laut Adithya handelte es sich dabei um Offline-Spiele, sodass niemand sonst betroffen war. Parallel blieb er dem Hardware-Bereich verbunden und baute mit zwölf Jahren eine kleine Drohne mit vier Motoren.
Zwischen seinem zwölften und vierzehnten Lebensjahr vertiefte er sich nach eigenen Angaben in Wi‑Fi-Hacking. Ein älterer Gast, der im Haus seiner Familie ein Zimmer gemietet hatte und sich mit Computern auskannte, habe ihn dabei angeleitet. Weil Internetzugang damals teuer gewesen sei, ließ er sich demnach YouTube-Videos über Wi‑Fi-Hacking herunterladen und studierte sie wiederholt. Schließlich habe ihn der Bekannte herausgefordert, dessen mobilen Hotspot zu knacken. Nach einem rund zweitägigen Brute-Force-Angriff habe er das Passwort geknackt.
Obwohl ihn nach Darstellung von SecurityWeek vor allem der Reiz der Herausforderung und der Erfolg motivierten, schlug Adithya nicht den Weg eines Black-Hat-Hackers ein. Er sagte, Menschen in seinem Umfeld hätten ihm von Hacking abgeraten, weil es illegal sei und keine Zukunft habe. Um 2018 bis 2019 stieß er jedoch auf Videos über Bug-Bounty-Jagd. Die Vorstellung, reale Anwendungen legal anzugreifen, dafür bezahlt zu werden und Anerkennung zu bekommen, habe sich für ihn wie ein Traum angefühlt.
In dieser Phase lernte er laut Bericht Python und Linux. Mit 15 nahm er an CTF-Herausforderungen auf der Plattform TryHackMe teil und gehörte in Sri Lanka zu den zehn Bestplatzierten. Ein Jahr später löste er seine erste XSS-Aufgabe auf der Bug-Bounty-Plattform Intigriti und begann ernsthaft mit der Jagd auf Prämien.
Seinen ersten Bug Bounty erhielt er im April 2021 im Alter von 16 Jahren. Die Einnahmen nutzte er nach Angaben von SecurityWeek zur Finanzierung seiner weiteren Ausbildung und für den Kauf seines ersten Autos. Für ein Studium im Bereich Computersicherheit schrieb er sich an der NSBM Green University in Sri Lanka ein. Diese Hochschule unterhält eine transnationale Bildungspartnerschaft mit der University of Plymouth in Großbritannien, sodass er den Studiengang aus Plymouth absolvieren konnte, während er in Sri Lanka studierte.
Laut SecurityWeek schloss Adithya sein Studium in Plymouth mit Auszeichnung erster Klasse ab. Mit 21 kaufte er zudem sein erstes Haus. Sowohl Ausbildung als auch diese Anschaffungen finanzierte er dem Bericht zufolge mit einer parallel laufenden und erfolgreichen Bug-Bounty-Karriere.
SecurityWeek ordnet Adithya als Vertreter einer zweiten Hacker-Generation ein. Im Unterschied zu einer früheren Generation, die oft aus wirtschaftlicher Notwendigkeit günstige Wege ins Netz suchte, sei bei ihm vor allem die klassische Neugier treibend gewesen. Der wirtschaftliche Aspekt kam erst mit den Bug-Bounty-Programmen hinzu. SecurityWeek beschreibt darin auch den Nutzen solcher Programme für Unternehmen: Sie können Schwachstellen besser verstehen und beheben, bevor Black Hats sie finden und ausnutzen. Zugleich schaffen sie laut dem Bericht einen legalen und ethischen Rahmen, in dem Hacker für ihre Fähigkeiten belohnt werden.
