Nach Darstellung von Sonatype begann die Kampagne mit aufgegebenen AUR-Paketen, die so verändert wurden, dass sie während der Installation ein bösartiges NPM-Paket ausführen. Bis zum 12. Juni stellten die Angreifer ihre Installationspfade auf Bun um und veröffentlichten zusätzlich neue schädliche Pakete. Durch die Auswahl verwaister Pakete mit bereits bestehender legitimer Verbreitung vergrößerte sich die mögliche Angriffsfläche erheblich.
Das Vorgehen ähnelt laut Bericht dem Muster, das bereits bei der Axios-Supply-Chain-Attacke zu beobachten war. Die Angreifer manipulierten die PKGBUILD-Dateien der betroffenen Pakete und schleusten so schädliches Verhalten ein, das sich als NPM-Paket namens atomic-lockfile tarnte.
Sonatype zufolge verweist die Linux-Datei, die im Rahmen eines Atomic-Arch-Angriffs während der Paketinstallation ausgeführt wird, auf eBPF, den erweiterten Berkeley Packet Filter. Diese Technik erlaubt es Programmen, mit erhöhten Rechten innerhalb des Linux-Kernels zu laufen, was nach Einschätzung im Bericht wahrscheinlich der Persistenz dienen soll.
Beobachtet wurden außerdem Funktionen zum Verbergen von Prozessen, Dateien und Netzwerkaktivitäten, Bezüge zu diagnostischen Linux-Socket-Schnittstellen, Mechanismen zur Erkennung von Debuggern sowie eine HTTP-Upload-Funktion. Die Malware weist damit Merkmale auf, die an ein Rootkit erinnern.
Wie Sonatype weiter festhält, referenziert der Schadcode zudem Zugangsdaten, SSH-Artefakte, HashiCorp-Vault-Token, Browser-Cookies und Datenspeicher verbreiteter Kollaborationsanwendungen. Das deutet darauf hin, dass die Malware für das Abgreifen und Ausschleusen von Zugangsdaten und Geheimnissen ausgelegt ist.
StepSecurity warnt, dass die Schadsoftware auf Systemen mit erhöhten Rechten auch versuchen kann, über eBPF Persistenz herzustellen und dabei Prozesse sowie Dateizugriffe zu verbergen. Das erschwere Erkennung und Bereinigung deutlich. Ein kompromittierter Host sollte deshalb als vollständig nicht vertrauenswürdig behandelt werden; StepSecurity empfiehlt einen Neuaufbau aus sauberen Installationsmedien sowie den Austausch aller offengelegten Zugangsdaten. Ein einmaliger Malware-Scan reiche nicht aus.
Arch Linux hatte bereits am Freitag mitgeteilt, man verfolge aktiv vorhandene bösartige Commits und versuche, weitere schädliche Einspielungen zu unterbinden. Am Montag folgte dann der Schritt, neue Registrierungen im AUR für Aufräumarbeiten zu stoppen.
