Warner verschickte am Dienstag nicht nur seinen Brief an den kommissarischen CISA-Chef Nick Andersen, sondern auch ein separates Schreiben an DHS-Minister Markwayne Mullin. Darin betonte er, das Heimatschutzministerium müsse CISA priorisieren und die Finanzierung des MS-ISAC sicherstellen. Außerdem informierte er nach eigenen Angaben alle 50 Gouverneure über die Risiken, die kritische Infrastrukturen in ihren Bundesstaaten durch die Zerschlagung von Teilen der Behörde aus seiner Sicht tragen.
Im Zentrum seiner Kritik steht der Personalabbau. Laut Warner hat diese Regierung etwa ein Drittel der CISA-Belegschaft abgebaut, wobei viele der Entlassenen aus den Reihen des höheren Personals kamen. In dem Brief heißt es, diese Fakten zusammen mit der geplanten Budgetkürzung von mehr als 700 Millionen US-Dollar für das Fiskaljahr 2027 zeigten „eine gefährliche Unterschätzung der Bedrohungen, denen unsere Nation gegenübersteht“.
Warner schrieb an Andersen, Gouverneure, Bürgermeister, Stadt- und Kreisverwaltungen, Informationschefs der Bundesstaaten, Verantwortliche aus Schulbezirken und Bildungsverbände, Strafverfolgungsbehörden sowie Cybersicherheitsexperten hätten „große Sorge über den Zustand von CISA und ihre Funktionsfähigkeit“ geäußert. Branchenvertreter sowie Verantwortliche auf Ebene von Bundesstaaten und Kommunen hätten seinem Büro zudem von „nachlassender Reaktionsfähigkeit und Unterstützung“ durch CISA berichtet. Auch sei die Leistungserbringung und der Betrieb der Behörde durch „Personalturbulenzen bei CISA“ gestört worden.
Andersen hatte erst kürzlich angekündigt, dass CISA mehr als 300 zusätzliche Mitarbeiter einstellt; ein Teil davon habe bereits begonnen. CISA werde „diese bedeutenden Investitionen fortsetzen, wie der Minister dem Kongress erst in den vergangenen Wochen mitgeteilt hat“, sagte Andersen laut einer Rede in der vergangenen Woche. Er ergänzte: „Sicherzustellen, dass wir eine einsatzbereite und verfügbare Cyberabwehrbehörde für die Nation haben, ist entscheidend.“ Ein CISA-Sprecher erklärte dagegen, die Behörde antworte nicht „über die Presse auf Kongresskorrespondenz“ und arbeite direkt mit dem Kongress zusammen, um dessen Fragen zu beantworten.
Warner verweist auch auf strukturelle Führungsprobleme. Fünf der zehn Regionaldirektoren von CISA sind demnach nur kommissarisch im Amt; auf einer Regionalwebsite ist der Name eines solchen kommissarischen Direktors sogar falsch geschrieben. Zudem beklagt Warner „hohe Fluktuation und anhaltende Vakanzen“, die auch die Führung in der CISA-Zentrale beeinträchtigten.
Eine dauerhafte Behördenleitung fehlt ebenfalls seit Längerem. CISA hat seit Januar 2025 keinen festen Direktor mehr. Der nominierte Sean Plankey zog seine Kandidatur zurück, nachdem hochrangige Senatoren die Abstimmung monatelang blockiert hatten. Andersen übernahm im Februar und musste sich anschließend mit einem rekordverdächtigen Shutdown auseinandersetzen, während dessen ein großer Teil der Beschäftigten beurlaubt wurde. Wann ein neuer Kandidat ausgewählt wird, haben Verantwortliche bislang nicht kommentiert.
Mit seinem Brief verlangt Warner detaillierte Unterlagen von CISA. Die Behörde soll Organigramme für Regionalbüros und Zentrale vorlegen, jeweils zum Stand vom 20. Januar 2025, 1. Oktober 2025 und aktuell, inklusive ausgewiesener Vakanzen und Angaben dazu, warum Beschäftigte ausgeschieden sind. Zudem fordert er eine regionale Aufstellung darüber, welche „Sicherheitsdienste“ CISA für Verantwortliche in Bundesstaaten und Kommunen erbracht hat. Der Bericht soll Schwachstellenscans, Risikobewertungen und Incident Response aufführen sowie die Zahl eingegangener Serviceanfragen, die Zahl abgeschlossener Fälle und die durchschnittliche Reaktionszeit enthalten. Außerdem will Warner wissen, wie viele der neu eingestellten Mitarbeiter für Regionalstellen vorgesehen sind und welche Erfahrung diese Neueinstellungen mitbringen.
