Nach Darstellung der US-Behörden soll Anthony Belford die Betroffene nicht nur online imitiert, sondern dafür mehrere Plattformen parallel genutzt haben. In den Gerichtsunterlagen heißt es, er habe gefälschte Konten bei Instagram, LinkedIn, Reddit, X, Strava und Yahoo erstellt, um die Studentin nachzuahmen und Inhalte in ihrem Namen zu verbreiten.

Konkret wird ihm vorgeworfen, zwischen Januar und März 2025 KI-generierte Nacktbilder des Opfers verteilt und zugleich frei erfundene Aussagen über angeblich rassistische und antimuslimische Äußerungen verbreitet zu haben. Laut Anklage soll er für ein gefälschtes LinkedIn-Profil ein KI-generiertes Nacktbild der Studentin als Profilfoto verwendet haben. Außerdem soll er über ein manipuliertes Yahoo-E-Mail-Konto ein solches Bild an die Mutter des Opfers geschickt haben.

Die US-Justiz erklärt, Belford habe die Betroffene bereits während des gemeinsamen Aufenthalts am selben College im Studienjahr 2023/2024 ins Visier genommen. Auch nach dem Wechsel der Studentin an ein College in Georgia im August 2024 soll die Belästigung weitergegangen sein.

US-Staatsanwalt Theodore S. Hertzberg sagte, Belford habe „eine lang andauernde Online-Kampagne geführt“ und sich hinter gefälschten Konten in sozialen Medien und bei E-Mail-Diensten verborgen, um das Opfer mit rassistischen Botschaften und KI-generierten Nacktbildern zu belästigen, einzuschüchtern und erheblich zu bedrängen. Weiter erklärte Hertzberg, Cyberstalking und andere Formen von Online-Missbrauch könnten ebenso wie körperliche Gewalt Leben zerstören und Gemeinschaften beeinträchtigen.

Das US-Justizministerium betonte zudem, dass Bundesrecht das Teilen oder die Androhung des Teilens intimer Bilder ohne Einwilligung verbietet, auch wenn diese Bilder KI-generiert sind. Betroffene sollten Verstöße dem FBI melden. Falls Online-Plattformen solche Inhalte nicht innerhalb von 48 Stunden nach einer Aufforderung zur Entfernung löschen, sollen Betroffene außerdem die Federal Trade Commission informieren.

Als weitere Hilfestellung verweist die Behörde auf die FTC-Plattform „Take It Down“, die Informationen dazu bereitstellt, wie sich Menschen vor Cyberstalking-Versuchen schützen und die Verbreitung ohne Einwilligung geteilter Bilder und Videos eindämmen können.

Der Fall steht nicht allein. Im März bekannte sich laut Quelltext auch der 22-jährige Jamarcus Mosley aus Alabama in Anklagepunkten wegen Cyberstalkings, Erpressung und Computerbetrugs schuldig, nachdem er sich Zugang zu den Social-Media-Konten von Hunderten jungen Frauen verschafft hatte. Im selben Monat bekannte sich zudem der 26-jährige Kyle Svara aus Illinois schuldig, fast 600 Snapchat-Konten von Frauen gehackt zu haben, um private Nacktfotos zu stehlen, die später online gehandelt oder verkauft wurden.