Das Federal Bureau of Investigation (FBI) hat Behörden und Privatpersonen vor einer wachsenden Phishing-Welle in Alarmbereitschaft versetzt. Kriminelle geben sich darin als Mitarbeiter städtischer und bezirklicher Planungs- und Zonierungsbehörden aus und richten sich dabei gezielt an Unternehmen und Privatpersonen mit aktiven Anträgen für Landnutzungsgenehmigungen.
In einer am Montag veröffentlichten Mitteilung erläuterte die Bundespolizei die Funktionsweise dieser Betrugsmaschinerie: Die Angreifer recherchieren ihre Opfer mit frei zugänglichen Daten und verleihen ihren betrügerischen Nachrichten dadurch eine beachtliche Glaubwürdigkeit. Ahnungslose Empfänger erhalten E-Mails, die konkrete Genehmigungsnummern, Zonierungsantragsnummern und Grundstücksadressen enthalten. Anschließend werden sie aufgefordert, vermeintliche Gebühren zu zahlen — per Banküberweisung, Peer-to-Peer-Zahlung oder Kryptowährung.
Das FBI hat mehrere Warnsignale identifiziert, die solche Betrügereien entlarven können: Nachrichten von ungewöhnlichen E-Mail-Domains wie @usa.com, Anhänge mit Aufforderungen zur Rückfrage per E-Mail, und verschiedene psychologische Tricks, die zu eiliger Bezahlung drängen — unter dem Vorwand, Verzögerungen bei der Genehmigung zu vermeiden.
Die Behörde empfiehlt Empfängern, E-Mails vermeintlicher Behördenvertreter kritisch zu überprüfen: Domain und E-Mail-Adresse kontrollieren und direkt bei der zuständigen Stadt- oder Bezirksverwaltung anrufen. Opfer sollten ihre Beschwerde beim FBI Internet Crime Complaint Center (IC3) einreichen und dabei E-Mail-Adresse, Datum, verwendete Telefonnummern, den Betrag und weitere Finanzinformationen dokumentieren.
Die Phishing-Kampagnen sind Teil eines größeren Musters behördlicher Betrügereien: Bereits vor vier Jahren warnte das FBI vor massiven Angriffen, bei denen Kriminelle echte Telefonnummern von Regierungsbeamten und Strafverfolgungsbehörden spooften. Im April 2025 entdeckte die Behörde Betrüger, die sich als FBI-IC3-Mitarbeiter ausgaben und Opfer zur vermeintlichen Wiederherstellung von Betrugsverlusten ködern. Ein Monat später machte das FBI zudem auf Cyberkriminelle aufmerksam, die KI-generierte Audio-Deepfakes in Voice-Phishing-Angriffen gegen US-Behörden einsetzen.
