KB5095093 ist ein optionales, nicht sicherheitsrelevantes Vorschauupdate. Anders als die regulären kumulativen Patch-Tuesday-Updates enthält es keine Sicherheitsupdates. Installieren lässt es sich über Einstellungen und Windows Update per „Nach Updates suchen“; weil es sich um ein optionales Update handelt, muss die Installation normalerweise über „Herunterladen und installieren“ bestätigt werden. Wer die Option aktiviert hat, die neuesten Updates sofort zu erhalten, bekommt es automatisch. Außerdem steht das Paket im Microsoft Update Catalog bereit.
Die auffälligste Neuerung ist Point-in-Time Restore für Windows. Microsoft beschreibt die Funktion als Möglichkeit, einen Windows-PC auf den exakten Zustand eines früheren Zeitpunkts zurückzusetzen. Wiederherstellungspunkte werden lokal auf dem Gerät gespeichert und mithilfe des Volume Shadow Copy Service (VSS) erzeugt. Laut Microsoft soll die Funktion die vollständige Systemwiederherstellung auf Basis eines in den vergangenen 72 Stunden erfassten Zustands ermöglichen und so Ausfallzeiten verringern sowie die Fehlerbehebung vereinfachen.
Für Privatnutzer werden neue Wiederherstellungspunkte alle 24 Stunden erstellt und nach 72 Stunden oder bei knappem reserviertem Speicher gelöscht. In Unternehmensumgebungen lassen sich die Snapshots bei Enterprise-Lizenzen in Intervallen von 4, 6, 12, 16 und 24 Stunden konfigurieren; die Aufbewahrung folgt denselben Intervallen. Über die Einstellungen kann zudem mehr Speicherplatz für diese Funktion reserviert werden. Microsoft grenzt Point-in-Time Restore ausdrücklich von der Systemwiederherstellung ab und betont dabei den Fokus auf Zuverlässigkeit und ein breites Spektrum von Problemen.
Zu den sofort für alle Windows-11-Nutzer ausgerollten Änderungen gehört ein Fix für einen bekannten Fehler im Papierkorb. Microsoft hatte ein Problem behoben, bei dem beim endgültigen Löschen einer Datei im Bestätigungsdialog ein interner Papierkorb-Dateiname statt des ursprünglichen Dateinamens angezeigt wurde. Das Problem konnte laut Microsoft nach Installation des Sicherheitsupdates KB5094126 auftreten.
Ebenfalls sofort ausgerollt werden Verbesserungen bei Secure Boot, bei denen Windows-Qualitätsupdates zusätzliche Daten zur gezielten Verteilung neuer Zertifikate enthalten. Im Bereich Authentifizierung verbessert das Update sichere Netlogon-Kanalverbindungen zwischen Domänencontrollern und Mitgliedsservern, auch wenn die Domänencontroller vor 2025 eingerichtet wurden. Im Emoji-Panel wird für GIF-Inhalte nun GIPHY statt der eingestellten Tenor-API von Google genutzt. Nach Angaben von Microsoft muss ab dem 30. Juni 2026 das neueste Windows-Update installiert sein, damit GIFs dort weiter funktionieren.
Weitere schrittweise eingeführte Funktionen betreffen unter anderem Windows Update, das nun eine Kalenderansicht zum Pausieren von Updates bis zu 35 Tage erhält, sowie Widgets mit reduzierten Benachrichtigungen und angepassten Standardeinstellungen. Im Bereich Barrierefreiheit kommen ein vollflächiger Farboverlay für den Bildschirm und präzisere Steuerungsmöglichkeiten für die Bildschirmlupe hinzu. Sprachzugriff und Spracheingabe unterstützt das System nun auch auf Französisch, Deutsch und Spanisch.
Der Datei-Explorer erhält Schnellaktionen beim Überfahren von Dateien, Leistungsverbesserungen und mehrere Korrekturen, darunter für OneDrive-Verknüpfungen, doppelt angezeigte OneDrive-Dateien in den Favoriten und Probleme beim Umbenennen. Microsoft nennt zudem zahlreiche Optimierungen für Bluetooth, Audio, Taskleiste, WSL, Drucken, Eingabe, Suche, Standortdienste sowie Netzwerke in virtualisierten Umgebungen, einschließlich SR-IOV für Confidential Virtual Machines und Verbesserungen bei Wi‑Fi, WWAN, IPv6-VPNs und Hyper-V.
Ein bekannter Fehler bleibt jedoch bestehen: Laut Microsoft können Drittanbieter-Anwendungen nach Installation von KB5095093 keine Microsoft-Office-Anwendungen starten oder Dokumente öffnen. An einer Korrektur werde gearbeitet; bis dahin sollen Betroffene die jeweilige Anwendung oder das Dokument direkt öffnen.
