Die Störung begann laut Deutscher Bahn spät am Dienstag und brachte den Bahnverkehr bundesweit zum Stillstand. Betroffen waren Fern- und Regionalzüge ebenso wie S-Bahn-Verbindungen, die große Städte mit dem Umland verbinden. Am frühen Mittwoch wurde der Betrieb wiederhergestellt, allerdings rechnete das Unternehmen weiterhin mit Verzögerungen und Zugausfällen.
In einer Mitteilung erklärte die Deutsche Bahn, ihre IT-Experten hätten das Problem erfolgreich behoben. Wörtlich teilte das Unternehmen mit, die Störung sei schnell beseitigt worden, und der Betrieb werde nun schrittweise wieder aufgenommen.
Als Auslöser benannte die Deutsche Bahn eine Fehlfunktion im digitalen Bahnfunk GSM-R. Dieses System ist ein kritisches Kommunikationsnetz für Lokführer, Disponenten und Signalsysteme und dient der sicheren Abstimmung des Zugbetriebs. Das Unternehmen betonte bislang nicht, dass ein Cyberangriff hinter dem Vorfall stehe, sondern beschreibt ihn als technischen Ausfall.
Philipp Nagl, Vorstandschef der Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn, sagte, die Störung habe sich während des geplanten Austauschs einer technischen Komponente ereignet. Nach seinen Angaben wird nun die genaue Ursache des Ausfalls analysiert.
GSM-R, ausgeschrieben Global System for Mobile Communications–Railway, ist ein spezialisierter Funkstandard, der bei vielen europäischen Bahnunternehmen im Einsatz ist. Die Technik basiert auf veralteter 2G-Infrastruktur und wird schrittweise durch eine Bahnkommunikationsplattform der nächsten Generation auf Basis von 5G ersetzt. Dieser Übergang dürfte allerdings Jahre dauern.
Deutschland ist mit solchen Problemen nicht allein. Im Mai führte ein Fehler im selben Kommunikationssystem zu Störungen im Zugverkehr in Südengland. Zudem verursachte ein landesweiter GSM-R-Ausfall in Großbritannien im Jahr 2024 umfangreiche Verspätungen und Ausfälle im morgendlichen Pendlerverkehr.
Die Deutsche Bahn befördert nach eigenen Angaben täglich mehr als 5 Millionen Fahrgäste in einem Netz von rund 33.400 Kilometern und 5.400 Bahnhöfen. Gegenüber den von der Störung betroffenen Reisenden entschuldigte sich das Unternehmen und kündigte an, wenn nötig Hotel- und Taxigutscheine bereitzustellen sowie nach Möglichkeit alternative Beförderung zu organisieren.
