DraftKings hatte den Vorfall im November 2022 öffentlich gemacht. Das Unternehmen teilte damals mit, dass Angreifer über Credential-Stuffing-Angriffe auf Kundenkonten zugegriffen hätten, indem sie schwache Passwörter oder mehrfach verwendete Anmeldedaten ausnutzten. Zu diesem Zeitpunkt sprach DraftKings von weniger als 300.000 US-Dollar, die betroffenen Kunden entwendet worden seien.
Einen Monat später korrigierte das Unternehmen das Ausmaß des Vorfalls nach oben und erklärte, dass 67.995 Kundenkonten kompromittiert worden seien. Nach dem späteren Schuldeingeständnis von Nathan Austad und den Angaben der Ermittler lag die Zahl der kompromittierten Konten bei 60.000. Zudem sollen die Täter während des Angriffs bei 1.600 Konten eigene Zahlungsmethoden hinzugefügt und insgesamt 600.000 US-Dollar gestohlen haben.
Im Dezember 2025 bekannte sich Austad, ein Mann aus Minnesota, der unter dem Namen „Snoopy“ auftrat, schuldig. Er räumte eine Verschwörung zum Eindringen in Computersysteme ein. Im Januar 2024 hatten US-Staatsanwälte bereits weitere Verdächtige im Zusammenhang mit der Attacke angeklagt, darunter Kamerin Stokes mit dem Alias „TheMFNPlug“ sowie Nathan Austad.
Bereits im Mai 2023 hatten US-Behörden Joseph Garrison wegen seiner Rolle in dem Schema angeklagt. Ihm und seinen Mitverschwörern wurde vorgeworfen, Zugänge zu gehackten DraftKings-Konten über Online-Marktplätze wie den „Goat Shop“ verkauft zu haben. Austad soll nach den Ermittlungen einen eigenen Shop betrieben haben, über den er den Zugang zu gestohlenen Konten verkaufte, und dafür auch weitere Plattformen genutzt haben.
Das US-Justizministerium erklärte, Austad habe „seinen eigenen Shop, der nach der Figur Snoopy aus dem Peanuts-Comic benannt war, direkt kontrolliert und daraus Gewinn gezogen“. In der Mitteilung nennt das Ministerium keinen Betrag, den die Täter mit dem Verkauf der Zugänge insgesamt erzielt haben. Es verweist jedoch darauf, dass auf Austads Kryptowährungskonten Vermögenswerte im Umfang von rund 465.000 US-Dollar eingegangen seien.
Nach Angaben des US-Justizministeriums existieren außerdem Direktnachrichten von Austad an Mitverschwörer, in denen er offen eingeräumt habe, betrügerische Aktivitäten zu begehen, und andere gewarnt habe, sich darauf vorzubereiten.
Neben der Haftstrafe von 18 Monaten erhielt Austad drei Jahre beaufsichtigte Entlassung. Außerdem ordnete das Gericht eine Einziehung von 463.684 US-Dollar sowie Schadenersatz in Höhe von 1.327.061 US-Dollar an. Weitere Beteiligte wurden bereits zuvor verurteilt: Joseph Garrison erhielt im Januar 2024 eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten, Kamerin Stokes im April 2026 eine Strafe von 30 Monaten.
