Im Mittelpunkt der Aktion steht PirloTV, ein Verbund von Websites, der Links zu nicht autorisierten Live-Sportstreams sammelt und in Seiten einbettet. Der Schwerpunkt liegt laut Quelle auf Fußballübertragungen, wobei je nach Ereignis Signale verschiedener Rechteinhaber erneut ausgespielt werden. Dass die Plattform nicht selbst direkt streamt, hat ihre Verbreitung offenbar nicht gebremst.
Die Alliance for Creativity and Entertainment erklärte, die 44 betroffenen Domains hätten zusammen jährlich mehr als 950 Millionen Besuche weltweit verzeichnet. Davon entfielen den Angaben zufolge etwa 230 Millionen auf Mexiko. ACE formulierte dazu, dass die in der Operation anvisierten Domains „zusammen jedes Jahr weltweit mehr als 950 Millionen Besuche erzeugten, darunter ungefähr 230 Millionen Besuche allein aus Mexiko“.
Nach Angaben von ACE zielte der Dienst in erster Linie auf Zuschauer in ganz Lateinamerika. Besonders groß sei das Publikum in Mexiko und Kolumbien gewesen, zugleich habe die Plattform auch erheblichen Verkehr aus Märkten wie Spanien und den Vereinigten Staaten angezogen.
Die Abschaltung erfolgte laut ACE im Vorfeld des Endspiels der UEFA Champions League. Zugleich verweist der Bericht darauf, dass die laufende FIFA-Weltmeisterschaft jeder Abschaltung von PirloTV-Domains zusätzliches Gewicht verleiht, weil dies spürbare Folgen für das Ökosystem der Sportpiraterie in Lateinamerika haben könnte.
Spanische Medien berichten demnach, dass PirloTV stark von Menschen genutzt wird, die Spiele der Weltmeisterschaft 2026 auf Mobiltelefonen verfolgen wollen. Als Grund nennen sie, dass legaler Zugang durch die Aufteilung der Übertragungsrechte und plattformbezogene Zugangsbeschränkungen kompliziert sei.
Allerdings dürfte die Maßnahme das Netzwerk nicht dauerhaft zum Stillstand bringen. Dem Bericht zufolge kann PirloTV schnell auf neue Domains wechseln. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren weiterhin Domains in öffentlichen Suchmaschinen indexiert, die illegale Streams für Sportveranstaltungen anboten. Einige davon lieferten mehrere Live-Streams aus mehr als einem Dutzend Kanälen, darunter ESPN, Fox Sports, TNT Sports, DSports, früher DirecTV Sports, und TyC Sports.
UEFA war laut Bericht im Oktober 2025 der erste Sportrechteinhaber, der sich ACE anschloss. Seither hätten die Organisationen zusammengearbeitet, um Betreiber zu identifizieren, Piraterienetzwerke zu kartieren, Infrastrukturen zu untersuchen und mit lokalen Strafverfolgungsbehörden die Zerschlagung von Backend-Diensten zu koordinieren.
ACE bezeichnet die jüngste Aktion gegen PirloTV außerdem als die erste Zusammenarbeit mit Mexikos Institut für gewerbliches Eigentum, dem IMPI, im Rahmen einer neu unterzeichneten Absichtserklärung zur Stärkung der Anti-Piraterie-Kooperation.
